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FCP: Höß will gegen Sechzig in Haching spielen

Pipinsried - Wo bestreitet der FC Pipinsried sein Heimspiel gegen 1860 München? Das ist eine der spannenden Fragen vor der Debütsaison der Gelb-Blauen in der Regionalliga Bayern, vorausgesetzt, die beiden Klubs erhalten die Zulassung für die offiziell höchste deutsche Amateur-Spielklasse.

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Zweieinhalbtausend Zuschauer, wie in der Regionalliga-Ordnung gefordert, finden im FCP-Stadion gerade so Platz. Kassier Werner Schuster hat seinen Präsidenten Konrad Höß schon mal wissen lassen, er wolle die Heimpartie gegen die "Löwen" unbedingt in Pipinsried austragen. Auf Schusters Meinung gibt Höß normalerweise viel, aber in diesem Fall ist er skeptisch, zumal nach den Vorfällen im Relegationsrückspiel der Münchner gegen den Jahn. "Unter den Sechziger-Fans sind ja Verrückte, die machen mir das ganze Stadion kaputt", fürchtet er.
Bevorzugter Ausweich-Schauplatz für das "Hochrisikospiel" wäre für Höß nicht etwa das Augsburger Rosenaustadion, sondern der Unterhachinger Sportpark. Mit SpVgg-Präsident Manni Schwabl, zu dem er einen ausgesprochen guten Draht hat, hat er sich schon kurzgeschlossen. Es gelte nur noch die genauen Modalitäten auszuhandeln. Höß rechnete in Haching "mit zehntausend Zuschauern, wenn wir 1860 am dritten oder vierten Spieltag bekommen".
FCP-Manager Roman Plesche könnte sich einen Tausch des Heimrechts vorstellen, Pipinsried würde dann Gastgeber im Grünwalder Stadion sein. In der Vergangenheit sind solche Anträge von den Verbänden "wegen Wettbewerbsverzerrung" schon mal abschlägig beschieden worden. Josef Janker, der als Verbandsspielleiter auch die Regionalliga Bayern unter sich hat, schlösse ein Pipinsrieder Heimspiel gegen die "Löwen" in Giesing indes nicht aus. "Die Sicherheitsaspekte haben hier absoluten Vorrang."
Janker kündigt für die nächsten Tage eine Besprechung beim Bayerischen Fußallverband zu diesem Thema an. Schließlich sei der FC Pipinsried nicht der einzige Regionalligaklub, für den ein Heimspiel gegen die erste Mannschaft der Sechziger eine kaum zu stemmende Herausforderung darstellt.
Ob der FCP, wie Höß es sich wünscht, seine "normalen" Heimspiele weiterhin am Sonntag austragen kann, ist ungewiss. Janker sagt, in der Regionalliga seien der Freitag und der Samstag Regelspieltage, nicht aber der Sonntag. Am Sonntag spielten allenfalls U 23-Teams, um Terminkollisionen mit den Profis zu vermeiden.
Dass die in der Relegation erfolgreichen Klubs (Pipinsried, Seligenporten) eineinhalb Wochen später in die Punktrunde einsteigen (25./26. statt 14./15. Juli), sei abgemacht, betont Janker. Nachgeholt wird im Herbst unter der Woche. Dem FCP droht dann vielleicht mittwochs ein Ausflug ins Fränkische. Den Oberpfälzer Janker kümmert das nicht: "Wer in der Regionalliga spielen will, muss so etwas in Kauf nehmen."

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 27.09.2017 23:00 Uhr




 

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