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Ein Star zum Anfassen - Matthias Ostrzolek beim Alsmooser HSV-Fanklub

Alsmoos - Seit 14 Jahren hat der Hamburger Sportverein einen Fanclub in Alsmoos, die HSV-Freunde weiß-blau. Aber ein Fußballer des Bundesliga-Dinos hatte noch nie bei den 36 Mitgliedern in dem knapp fünfhundert Einwohner zählenden Dorf im nördlichen Landkreis vorbeigeschaut. Entsprechend groß war die Freude, als am Sonntag Matthias Ostrzolek zu Besuch kam.

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"Das war schon eine tolle Sache. Mehr geht ja nicht, als einen Spieler willkommen heißen zu dürfen", schwärmte HSV-Freunde-Vorsitzender Wolfgang Schäffer. Der 48-Jährige hatte den Fanclub 2003 mit dem Bezirksvorsitzenden Volker Wedel - der Gundremminger stammt aus Oldenburg in Holstein - aus der Taufe gehoben. Viele Bewerbungen hatte Schäffer über all die Jahre weggeschickt. "Und jetzt hat es endlich geklappt", meinte der frühere ostschwäbische Spielgruppenleiter.
Die Fahnen am Landgasthof Völkl wehten in den HSV-Farben blau, weiß und schwarz, als Ostrzolek, 26, am Sonntagnachmittag um halb fünf mit seiner Lebensgefährtin Anne-Katrin Ertl (kommt aus Augsburg, die Eltern betreiben in Rehling ein Karussell-Geschäft) eintraf. Einen Star aus der Bundesliga hätte die Gemeinde noch nie zu Gast gehabt, stellte Noch-Bürgermeister Richard Brandner (übergibt sein Amt am 1. Mai an Dietrich Binder) fest.
Also wurde Ostrzolek auch mit großem Hallo im Wirtshaus empfangen. Benachbarte Fanclubs aus Günzburg, Ulm und München hatten sich zu den Alsmoosern gesellt. "Wir haben es ja erst vor Kurzem erfahren, dass wir prominenten Besuch aus Hamburg bekommen; und da waren wir erst einmal baff", sagte Wolfgang Schäffer der Aichacher Zeitung. Regelmäßig treffen sich die HSV-Freunde, darunter auch drei Damen, am Stammtisch, um über den einzigen Klub, der seit der Gründung der Bundesliga 1963 ununterbrochen dabei ist, zu plaudern.
Ostrzolek, der vor seinem Engagement in der Hansestadt für den FC Augsburg (von 2012 bis 2014) links verteidigte, ließ sich in einer Talkrunde viel Zeit für Fragen und danach auch keinen Autogrammwunsch unerfüllt. Auch für Schnappschüsse fürs Fotoalbum stand der gebürtige Bochumer - beim VfL begann seine Profikarriere - zur Verfügung.
Ostrzolek hob den Austausch mit den Fans besonders hervor. "Das ist wichtig und ein Zeichen dafür, dass wir ein sehr fannaher Verein sind", betonte er. Nur wenige Bundesligavereine hätten so viele Auswärtsfans wie der HSV. Es sei ein "schönes Gefühl", den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können, sinnierte der Kicker mit polnischen Wurzeln; es sei ihm aber auch wichtig, ein Echo zu bekommen, wie der Verein von außen wahrgenommen wird. Ostrzolek hatte es überhaupt nicht eilig. Anschließend stand noch ein Besuch bei Anne-Katrins Familie in Rehling an. Erst am Montag ging's mit dem Flieger von München aus zurück nach Hamburg.
Wolfgang Schäffer konnte sich natürlich die Frage nach der 34. Minute im Spiel am Samstag gegen die TSG Hoffenheim nicht verkneifen. Da verschuldete Ostrzolek gegen Bicakcic ungestüm einen Elfmeter, den Kramaric zum zwischenzeitlichen 1:1 verwandelte. "Wenn ich nur wüsste, wie das passieren konnte", antwortete der hohe Besuch sibyllinisch. Am Ende war alles halb so schlimm, der HSV gewann 2:1.
Nach den "positiven Leistungen" der vergangenen Wochen ist Schäffer optimistisch, dass es hinhaut mit dem Klassenerhalt. Live gesehen hat er seinen Lieblingsklub in dieser Saison bisher einmal - in Ingolstadt. Aber es steht ja noch der HSV-Auftritt in Augsburg aus (30. April), und zum Saisonfinale gegen Wolfsburg (20. Mai) fahren die Alsmooser 15 Mann hoch ins Volksparkstadion.
Die HSV-Gastspiele in der Münchner Arena schenkt sich Schäffer seit einigen Jahren. "Da verlieren wir immer so knapp", witzelt er. Austausch mit den Fans ist dem HSV-Profi besonders wichtig

Von Erich Hoffmann und Heribert Oberhauser
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Veröffentlicht am 12.04.2017 16:44 Uhr




 

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