Fußball    

Sieg - oder Platz zwei ist futsch

Aindling - Nach dem deprimierenden Jahresauftakt vor zwei Wochen gegen die Memminger "Zweite" (2:3 nach 2:0-Führung) spielt der TSV Aindling (7./35 Punkte) am Sonntag (15 Uhr) zu Hause gegen den SV Egg um die letzte Chance auf den zweiten Platz in der Landesliga Südwest. "Wenn wir auch dieses Heimspiel vergeigen, ist die Saison gelaufen", macht sich Spielbetriebsvorsitzender Josef Kigle nichts vor.

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Trainer Roland Bahl will sich mit Rang zwei (und der Aufstiegsrelegation) im Moment überhaupt nicht auseinandersetzen. "Den sollten wir bei zwölf Punkten Rückstand auf Illertissen 2 (Aindling hat aber auch drei Spiele weniger/Red.) am besten aus den Köpfen streichen. Was wir brauchen, ist ein Erfolgserlebnis. Dann schauen wir weiter."
Der SV Egg ist immerhin Dritter, mit acht Zählern und zwei Partien weniger als der FVI. Aber die Fußballer aus der 1200-Einwohner-Gemeinde im Unterallgäu hätten noch "kein Wort über die Bayernliga verloren", versichert Abteilungsleiter Thomas Fackler und ergänzt: "Wenn wir wieder Fünfter werden wie in der vergangenen Saison, ist das super; für uns geht's doch immer nur um den Klassenerhalt. Stiegen wir in die Bayernliga auf, käme das einem Wunder gleich."
Die Egger, die neuerdings wieder von Michael Dreyer trainiert werden, nachdem Karl-Heinz Schabel (wechselt im Sommer nach Gundelfingen) aus freien Stücken vorzeitig aufgehört hat, haben 2017 noch kein Punktspiel bestritten. Auf das spielfreie erste März-Wochenende folgte die Absage der Raisting-Partie. Stattdessen testete der SVE am Dienstagabend gegen den Kreisklassisten TV Boos (4:0). "Wir wissen nicht, wo wir stehen", sagte also auch Thomas Fackler wie so ziemlich alle anderen der Zunft vor dem ersten Punktspiel.
Für Bahl ist das kein Kriterium, die Gäste auch nur ein Jota geringer zu schätzen. Für ihn gehören die Egger mit ihren Leistungsträgern Schropp, Schuhwerk und Schedel zu den "Topteams der Liga". "Sie spielen aggressiv gegen den Ball und sind immer gefährlich, deshalb müssen wir über 90 Minuten konzentriert sein", analysiert der 55-Jährige den Widersacher. Mit Egg, erinnert er sich, seien die meisten der bisher fünf Spiele (drei Siege, zwei Niederlagen) "auf Augenhöhe" gewesen. Das Hinspiel hat der TSV nach einer überzeugenden Darbietung 3:1 gewonnen. Einen solchen Auftritt wünscht sich Josef Kigle auch am Sonntag. Dem Eisingersdorfer liegt engagiertes Balltreiben am Schüsselhauser Kreuz seit jeher am Herzen. "Man soll sehen, dass wir zu Hause spielen", gibt er als Devise aus.
Das ausgefallene Ichenhausen-Spiel haben die Aindlinger am Samstag mit einer zweistündigen Übungseinheit kompensiert. Auf einen weiteren Probekick auf Kunstrasen haben sie dankend verzichtet.
Für die Auseinandersetzung mit Egg stehe hinter dem Mitwirken von Matthias Steger ein großes Fragezeichen, berichtet Bahl. Steger hat im Donnerstagstraining einen Schlag auf den Fuß bekommen und deshalb gestern einen Arzt konsultiert. Bahl bedauerte einen Verzicht auf den Flügelspieler außerordentlich: "Steger hat zuletzt aufsteigende Form gezeigt." David Englisch, der in Ichenhausen gefehlt hätte, stößt wieder zum Kader. Sonst bleibt bei den Rot-Weißen alles wie vor Wochenfrist, das heißt: Den Kasten bewacht Florian Peischl anstelle von Sven Wernberger. Der SV Egg rekrutiert bis auf Innenverteidiger Timo Ehlert (beruflich eingespannt) sein bestes Aufgebot.

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 24.09.2017 03:33 Uhr




 

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