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Drei neue Schwarzgurtträger beim Aichacher Taekwondo Studio

Aichach - Nach einer Pause von vier Jahren war das Aichacher Taekwondo Studio (ATS) wieder bei einer Schwarzgurtprüfung vertreten. Gleich drei Sportler stellten sich der höheren Weihe des Meistergrades im Taekwondo. Auch die Mischung der drei Anwärter war interessant, denn während Moritz Monerjan, Inhaber des Trainer-C-Scheins, gerade zu den Erwachsenen wechselt, gehören Christa Asam, Schatzmeisterin des ATS, und Olaf Bülter, 2. Vorsitzender des ATS, schon dem reiferen Alter an. Ergänzt wurde diese Gruppe in der Vorbereitung von Isabella Fischer, die als Trainingspartnerin ebenso wie als Trainerin neben ihrem Vater Andreas Fischer den Prüflingen in jedem Training zur Verfügung stand.

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70 Sportler aus allen Teilen Bayerns kamen am vergangenen Samstag nach Dillingen, um an der letzten Prüfung 2014 der Bayerischen Taekwondo Union (BTU) zum 1., 2., 3. und 4. Dan teilzunehmen.
Für das ATS begann die Prüfung schon vor dem offiziellen Start, musste doch Christa Asam für die Prüfer zur Abstimmung der Bewertung des Technikkampfs einen Probelauf absolvieren, den sie souverän meisterte. Als Erster musste Olaf Bülter seine Poomsae, den Technikkampf gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner, zeigen. Das gelang Bülter in beeindruckender Manier. Wenige Minuten später tat es ihm Moritz Monerjan gleich und zeigte einen Vortrag, der fließend und sehr endpunktbezogen war, so dass trotz der Dynamik jede Technik schön zu sehen war. Mit etwas zeitlichem Abstand demonstrierte Christa Asam, dass sie in der Vorbereitung ihre Einzeltechniken so weiterentwickelte, dass der Kampf, den sie gegen mehrere unsichtbare Gegner führte, zu spüren war.
Ab der nächsten Disziplin, dem Ein-Schritt-Kampf, mussten Andreas und Isabella Fischer die Betreuung getrennt übernehmen, da Bülter und Monerjan gleichzeitig auf ihren Kampfflächen standen. Im Gegensatz zu den Formen geht es in diesem nächsten Prüfungsteil nicht ohne Partner. An fest vorgegebenen Faust- und Fußangriffen werden saubere und effektive Verteidigungstechniken ausgeführt, die so zum Partner demonstriert werden sollen, dass der Abstand zum Körper nicht mehr zu sehen ist. Beiden gelang die Demonstration der Techniken mit minimalstem Abstand. Dem stand Christa Asam in nichts nach; sie strahlte viel Sicherheit bei der Demonstration ihrer Techniken aus.
Nach einer kurzen Pause war der dritte Prüfungsteil, der Zweikampf mitsamt den Zweikampfübungen, an der Reihe. Bei diesen Übungen zeigten alle drei Aichacher, dass es für sie kein Problem ist, einem Angriff auszuweichen und zu kontern. Beim anschließenden Zweikampf merkte man aber, dass der Schwerpunkt des Aichacher Vereins nicht der direkte Zweikampf ist. Trotzdem war keiner der drei Prüflinge gewillt, vor dem Gegner wegzulaufen; alle stellten sich dem Duell und zeigten gute Kombinationen aus zwei beziehungsweise drei Techniken. Die schwierigste Aufgabe hatte Moritz Monerjan zu lösen, denn sein Partner ging als Zweikämpfer auf die Meisterschaft und wollte sich in dieser Disziplin natürlich besonders hervortun. Monerjan ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und parierte viele Angriffe.
Das nächste Thema hieß Selbstverteidigung. Vor der Abwehr einer Vielzahl von Angriffen, die auch mit einem Messer und einem Stock durchzuführen waren, mussten die Prüflinge zuerst zeigen, dass sie neben dem Abrollen und dem seitlichen Fall auch kontrolliert stürzen können, was keinem aus dem ATS-Trio Probleme bereitete.
Den Schluss der Prüfung bildete der Bruchtest, bei dem insgesamt drei Bretter zerschlagen werden mussten. Während Bülter die Aufgabe fehlerfrei erledigte, konnten Monerjan und Asam jeweils ein Brett nicht zertrümmern. Bei Ersterem wurde das Brett falsch gehalten, bei Letzterer lag's an der Aufregung.
Bei der Ergebnisbekanntgabe fiel nicht nur Isabella Fischer, sondern auch ihrem Vater ein Stein vom Herzen, denn nach der intensiven Vorbereitungszeit mit bis zu fünf Trainingseinheiten pro Woche hatten Christa Asam, Olaf Bülter und Moritz Monerjan sich selbst ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk gemacht und die Urkunde zur bestandenen Schwarzgurtprüfung überreicht bekommen, so dass sie sich gegenseitig zum 1. Dan gratulieren konnten.
Reinhold Gruber, ehemals DTU-Präsident, ließ es sich als Vorsitzender des Prüfungsgremiums nicht nehmen, bei der Übergabe der Dan-Urkunde ausdrücklich die herausragende Leistung Olaf Bülters zu loben.
Bülter ist das beste Beispiel dafür, dass man auch im reiferen Alter mit Taekwondo beginnen und mit viel Eifer eine herausragende Leistung erzielen kann. Im Gasthaus Gutmann in Ecknach wurde der Erfolg mit dem Fanclub nach der Rückkehr gebührend gefeiert. Moritz Monerjan hat im Zweikampf die schwierigste Aufgabe zu bewältigen
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Veröffentlicht am 19.12.2014 09:39 Uhr




 

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