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Trainer Odenbach will Kinder fürs Boxen begeistern

Aichach - Das Boxen ist seine große Leidenschaft. Wjatscheslaw Odenbach ist beim TSV Aichach nicht nur Trainer und Abteilungsleiter in einer Person, er hat vor zehn Jahren die Sparte der Faustkämpfer beim zweitgrößten Verein im Landkreis Aichach-Friedberg auch gegründet. Knapp 40 Mitglieder, sagt Odenbach, boxen heute beim TSV, fünf von ihnen, vier Jugendliche und ein Erwachsener, aktiv bei Meisterschaften und Turnieren. Und wenn es nach ihm geht, soll der Zuspruch an jungen Boxern noch größer werden. "Ich will Kinder zum Boxen bringen. Die Vereine in Augsburg haben einen großen Zulauf", sagt der 36-Jährige, "und immerhin ist Boxen eine olympische Sportart."

boxen

Die Sportart hat aber mit Vorurteilen zu kämpfen. "Die Eltern sind skeptisch. Handball und Fußball sind eben beliebter", weiß der Deutsch-Russe. Dabei, so Odenbach, sei sein Sport mit viel Disziplin und Respekt verbunden. Werte, die er seinen jungen Boxschülern vermittelt - und die ihm schon einige Siege im Ring eingebracht haben. 1993 übersiedelte er mit seinen Eltern aus der Millionenstadt Tscheljabinsk am Ural nach Deutschland, begann beim VfL Wolfsburg zu boxen und hatte als Jugendlicher einige Erfolge auf Landesebene. Vor 16 Jahren kam er nach Aichach. Sein größter Erfolg war der Gewinn der bayerischen Meisterschaft 2009 im TSV-Dress im Weltergewicht (bis 69 kg).
"Dabei", erinnert sich Odenbach, "hatten wir am Anfang eine sehr schwere Zeit." Im Sommer wurde schon einmal im Freien trainiert, in den Wintermonaten in der Halle oder gar unter der Treppe. Erst seit gut vier Jahren haben die TSV-Boxer einen halbwegs geeigneten Raum im Bauch der Vierfachturnhalle, in dem sie ihr Training absolvieren können. Dort hängen ein paar Sandsäcke, Wandkissen, und es liegen ein paar Hanteln und Sprungseile herum - mehr nicht. Einen Boxring sucht man vergeblich. Da mangelt es nicht nur am Platz, sondern auch am Geld. Odenbach spricht von etwa 14 000 Euro, die ein Ring kostet. Selbst ein Bodenring für Sparring und Trainingszwecke kostet immer noch die Hälfte. Er will aber nicht jammern, ist mit den aktuellen Bedingungen keineswegs unzufrieden. Doch wenn er sein Ziel erreichen möchte, dass seine Abteilung weiter Zuwachs hat, wären die aktuellen Raumkapazitäten zu gering. Dennoch will Odenbach im ersten Halbjahr 2016 ein Turnier in Aichach ausrichten, "um die Sportart hier den Leuten näherzubringen". Und den Ring, sagte er, könne man sich mieten.
Ab Februar beginnt die Turniersaison. Dann ist Odenbach nahezu jedes Wochenende unterwegs, ganz zu schweigen von den wöchentlichen Trainingseinheiten (Montag, Mittwoch, Freitag). Die älteste seiner drei Töchtern, Carolina, 14, tritt schon recht erfolgreich in die Fußstapfen des Vaters. Im vergangenen Herbst konnte sie immerhin einen Titel einheimsen, die Landesmeisterschaft in Oberösterreich. Wer weiß, vielleicht wird Carolina einmal ähnlich erfolgreich wie Andreas Paschajan. Der Aichacher wurde vor ein paar Jahren immerhin süddeutscher Meister. "Das war mein bester Schüler", sagt Odenbach.

Von Herbert Walther
odenbach


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Veröffentlicht am 22.01.2016 08:24 Uhr




 

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