Kühbach    

Viele Äpfel, sehr viel Saft

Die Saftereien und Mostereien im Landkreis haben derzeit alle Hände voll zu tun. Rekordtemperaturen bedeuten nämlich auf Apfelbaum und Co: Rekorderträge. Beim Gartenbauverein in Kühbach ist man sich sicher, dass man das bisherige Spitzenjahr 2016, bei dem elf Tonnen Saft an Kunden ausgegeben wurden, heuer noch übertrifft.

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Seit Ende Juli, rund zwei Wochen früher als sonst, laufen die Pressen schon auf Hochtouren. Selten wurde so viel Saft gepresst im Wittelsbacher Land.
Allein acht Zentner Äpfel, also 400 Kilogramm, haben Agnes und Thomas Wolf auf ihrem Hänger, als sie am Kühbacher Marktplatz vor der Rampe Halt machen. "Aber wir haben auch noch welche daheim", erklärt Agnes Wolf grinsend. Anders als in automatischen Anlagen - eine solche betreiben Helga und Andreas Karl zum Beispiel in Ried bei Inchenhofen - ist das Pressen in Kühbach noch Handarbeit. Mit Hilfe einer Hebeanlage hievt Thomas Wolf die Äpfel in einen Zerkleinerer. Anschließend kommt das Apfelhack in die Druckpresse. Hierfür bauen Peter Schlecht, der hier seit vier Jahren verantwortlich ist, und seine Helfer neunschichtige Türmchen aus Netztüchern und der Apfelmasse, dann wirken rund 300 Bar Druck darauf ein. Agnes Wolf probiert das Ergebnis gleich ganz frisch aus der Presse - sehr süß, aber auch sehr lecker. Wie die meisten Kunden lässt sie sich den Saft auf rund 80 Grad erhitzen und dann in vakuumdichte Plastikbeutel abfüllen, die es in drei verschiedenen Größen gibt. Ungeöffnet hält der Saft so einige Jahre, geöffnet immerhin auch noch bis zu acht Wochen. Wer Most aus dem Gepressten herstellen will, lässt sich den Saft kalt abfüllen.
Übrig bleibt schließlich der Trester, die ausgepresste Apfelmasse. Auch dafür gibt es einen Abnehmer: Ein Förster holt ihn ab und verfüttert ihn im Winter an Rehe im Wald.
Auch Nichtmitglieder können nach Kühbach zum Pressen kommen. Der Andrang ist heuer allerdings groß. Jeden zweiten oder dritten Tag werden hier Äpfel verarbeitet, rund eineinhalb Wochen ist Peter Schlecht im Voraus ausgebucht.
Noch bis Anfang Oktober macht er im Namen des Kühbacher Gartenbauvereins Saft, überwiegend aus Äpfeln. Auch Birnen können angeliefert werden, sie sollten aber nur beigemischt werden. Nichtmitglieder kostet das Pressen 50 Cent pro Liter plus Verpackung, Mitglieder zahlen zehn Cent weniger.
Die (Hand-)Arbeit an der Saftpresse ist anstrengend. Doch ist der letzte Kunde versorgt, ist noch lange nicht Feierabend für die Helfer vom Gartenbauverein: Dann geht es zu zweit erst einmal rund eineinhalb Stunden lang ans Putzen. "Piccobello" muss das sein, "sonst bappt ois zam", weiß Peter Schlecht.

Von Nayra Weber
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Veröffentlicht am 11.09.2018 23:00 Uhr




 

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