Inchenhofen    

Funkenflug um Funkmast

Inchenhofen (roe) Im Wald zwischen Sainbach und Ried wird einer der Funkmasten im Landkreis Aichach-Friedberg für den künftigen digitalen Behördenfunk errichtet (wir berichteten mehrfach). 50 Meter hoch soll die Sendeanlage aus Beton werden, die heuer gebaut wird. Das sorgte im Inchenhofener Gemeinderat am Dienstagabend für Diskussionen.

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Die Ratsmitglieder hatten nur mit 40 Metern gerechnet. Davon sei bis dato jedenfalls immer die Rede gewesen, wie unter anderem Heinrich Schoder, Johann Schweizer und Rainer Tremmel monierten. Letzterer kritisierte die schlechte Informationspolitik der Behörden und wollte Aufklärung darüber, welche gesundheitlichen Auswirkungen für die Bevölkerung zu erwarten sind. Dass er damit etwas spät dran ist, hielten ihm Zweiter Bürgermeister Lorenz Nefzger und Verwaltungschef Paul Oberndorfer entgegen. Tatsächlich hat sich der Gemeinderat schon vor geraumer Zeit für den Standort bei Sainbach ausgesprochen. Das Grundstück gehört der Kommune, die entsprechenden Verträge sind längst unterschrieben. Nun ging es im Vorfeld des eigentlichen Bauantrages um die Stellungnahme des „Nachbarn“ – und auch das ist die Gemeinde. Nefzger erinnerte an den ursprünglich anvisierten Standort am Wasserturm in Sainbach. Der war damals von den Bürgern entschieden abgelehnt worden. Als Alternative wurde das Waldstück zwischen Sainbach und Ried auserkoren. Ein Standort, mit dem man leben könne, so der Zweite Bürgermeister, der davor warnte, jetzt nochmals „ein Fass aufzumachen“. Dass der Mast jetzt zehn Meter höher wird, als ursprünglich angekündigt, hänge seiner Meinung nach mit dem erfolgten Standortwechsel zusammen. Letztlich beschloss das Gremium nach langer Debatte mit 12:2 Stimmen, keinen Widerspruch gegen die Planung einzulegen. Allerdings erwartet die Gemeinde noch eine stichhaltige Begründung, warum der Mast nun 50 Meter hoch werden muss. Die Erschließung der Sendeanlage erfolgt übrigens nicht mehr über Sainbach, sondern über einen Feldweg von Ried aus.

Eingangs der Sitzung hatte Lorenz Nefzger gehofft, dass die Tagesordnung dem Gremium nicht mehr Schmerzen bereite, als die Zahnschmerzen, mit denen sich Bürgermeister Karl Metzger herumschlagen musste. Der hatte die Sitzungsleitung deshalb seinem Stellvertreter übertragen. Nefzger bemühte sich redlich, konnte die „Schmerzen“ dann aber doch nicht gänzlich lindern. Nicht nur der Funkmast lag einigen Gemeinderäten schwer im Magen, auch die Revision der Denkmalliste löste umfangreiche Diskussionen aus. Bis dato war Leahad ausschließlich mit Baudenkmälern gesegnet, nun tauchen in der überarbeiteten Liste auch 16 Bodendenkmäler auf. Die Liste reicht vom mittelalterlichen Turmhügel bis zum Grabhügel. Auch wenn mehrfach betont wurde, dass das keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Grundstückseigentümer hat, sprich die aktuelle Nutzung der Flächen dadurch nicht gefährdet sei, regte sich Widerstand. Zumindest sei es geboten, die betroffenen Bürger darauf aufmerksam zu machen. Hans Schweizer sorgte sich um die Umgehungsstraße, deren Bau er unter Umständen gefährdet sah. „Ein Bodendenkmal verhindertet keine Umgehungsstraße“, erklärte dazu Paul Oberndorfer, der darauf hinwies, dass bei großen Baumaßnahmen der Denkmalschutz so oder so nicht außen vor gelassen werden könne.

Mit 10:4 Stimmen wurde die Liste letztlich zur Kenntnis genommen. Zu verhindern seien die Eintragungen ohnehin nicht, so der Tenor der Mehrheit. Insgesamt 22 Baudenkmäler gibt es in Inchenhofen derzeit. Die Mehrheit gruppiert sich rund um die Wallfahrtskirche, deren Umfeld unter sogenanntem Ensembleschutz steht. Bis zur Revision waren es übrigens 23, nun wurde ein Denkmal gestrichen. Dabei handelt es sich um die Wegkapelle an der Sainbacher Straße. Der neugotische Rechteckbau stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Warum er gestrichen wurde, blieb unklar. Traurig war im Gemeinderat darüber aber niemand.

Von Robert Edler

Veröffentlicht am 15.02.2012 15:03 Uhr


 

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