Inchenhofen    

Großprojekt ohne Kredit

Inchenhofen – Eines gleich vorweg: Inchenhofen geht es finanziell offensichtlich gut. So gut, dass der Posten „Neubau des Kindergartens“ bei den Haushaltsberatungen am Montagabend keine einzige Wortmeldung nach sich zog. Und das, obwohl er im Etat mit 1,64 Millionen Euro zu Buche schlägt, von denen die Gemeinde immerhin rund 880 000 höchstselbst zu stemmen hat.

Von Kämmerer Paul Oberndorfer gewohnt gründlich aufbereitet, passierte der komplette Haushaltsansatz ohne weitere Diskussion das Gremium. Demnach schließt der Gesamtetat mit Einnahmen und Ausgaben von 5,835 Millionen Euro, von denen 2,951 Millionen auf den Verwaltungs- und 2,883 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen. Im letztgenannten tauchen die erwähnten Beträge für den Kindergartenneubau auf; mit 200 000 Euro sind eventuelle Erschließungen von Regenrückhaltebecken und mit 330 000 Euro der Kauf von Grundstücken für das Baugebiet Antoniusweg eingestellt.

Das besagte Neubaugebiet, für das noch Areale erworben werden müssen, sorgte auch für einige wenige Wortmeldungen, denn gleich mehrere Ratsmitglieder betonten die Notwendigkeit, neuen Baugrund innerhalb der Ortsgrenzen zu schaffen. Dies bekräftigte auch Kämmerer Paul Oberndorfer, der von „mehreren entsprechenden Anfragen“ berichtete – fünf sehr konkrete Bauwünsche habe er bisher notiert. Widerspruchslos blieben auch Bürgermeister Karl Metzgers Ausführungen zu jenen knapp 20 000 Euro, die für neues Klassenzimmermobiliar sowie für die Mittagsbetreuung ausgegeben werden sollen. Auch, dass die besagte Mittagsbetreuung, an der mittlerweile knapp 30 Kinder teilnehmen, eine zweite Betreuerin auf Stundenbasis beschäftigt, wurde zustimmend zur Kenntnis genommen. Eigens erläutert wurde außerdem die Dachsanierung des alten Lagerschuppens am Bauhof (4000 Euro), denn „damit schaffen wir uns eine neue Möglichkeit, Salz für lange Winter einzulagern,“ so Metzger.

Die entspannte Finanzsituation der Gemeinde hatte der Bürgermeister schon eingangs der Beratungen angesprochen. „Im vergangenen Jahr sind wir etwas verwöhnt worden, was die Gewerbesteuer anbelangt“, erklärte er, und tatsächlich waren statt der kalkulierten 300 000 Euro stolze 447 000 Euro eingenommen worden. Da ist es auch zu verschmerzen, dass die Schlüsselzuweisungen rückläufig sind: Mit 498 000 Euro wird im aktuellen Haushalt geplant – rund 100 000 weniger als noch 2010. Da jedoch auch der gemeindliche Anteil an der Umsatzsteuer voraussichtlich höher als im vergangenen Jahr ausfallen wird – eine Steigerung auf 766 000 Euro wird erwartet, immerhin ein Plus von rund 78 000 – werde man trotz des Großprojekts Kindergarten ohne Neuverschuldung auskommen. „Natürlich kommt es uns jetzt auch zu Gute, dass wir in den vergangenen Jahren 1,2 Millionen an Rücklagen gebildet haben“, so Metzger. Auch die eine oder andere unerwartete Ausgabe ließe sich mit diesem Haushalt „jederzeit noch bewerkstelligen.“

Teurer Radweg

nach Pöttmes

Problemlos gewährleistet ist laut Paul Oberndorfer die Zuführung aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt, diesmal in Höhe von 367 000 Euro. Oberndorfer bezeichnete dies als „nicht überragend, aber gut und solide“, eine Einschätzung, die das Gremium teilte.

Überraschungen blieben auch bei der Präsentation der mittelfristigen Finanzplanung aus. „Ausreißer“ nach oben werden im Jahr 2013 mit dem Bau des Geh- und Radwegs nach Pöttmes (300 000 Euro) sowie 2014 mit der fälligen Sanierung des Kirchturms (300 000 Euro) erwartet. Mit 350 000 Euro an Investitionen in die Abwasserbeseitigung rechnet man schon in 2012.

Von Pat Lauer



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Veröffentlicht am 22.02.2011 16:41 Uhr




 

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