Inchenhofen    

Klingende Schwerter

Inchenhofen – Siegfried der Drachentöter hatte eins und König Artus hatte Excalibur. Über Jahrhunderte hinweg übten Schwerter eine besondere Anziehungskraft aus. Die alte Kunst wurde wiederentdeckt. Bei den Historischen Markttagen in Inchenhofen bietet sich die Möglichkeit, ritterliche Kampf-Techniken zu erleben. Neben Schaukämpfen präsentiert etwa die Interessengemeinschaft Historischer Schwertkampf (IHS) Schrobenhausen ihr Können.

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Die Männer und Frauen aus Schrobenhausen beschäftigen sich mit der sportlichen Rekonstruktion einer in Vergessenheit geratenen, hoch entwickelten Kampfkunst europäischer Meister des Spätmittelalters. Anhand von Quellentexten aus dem 14. und 15. Jahrhundert werden die Techniken mit dem „langen Schwert“ zu neuem Leben erweckt.

Das Training umfasst das Erlernen der Grundtechniken und der sogenannten „Meistertechniken“ sowie den sportlichen Freikampf, um das geschlossene Bild einer Kampfkunst zu vermitteln, die asiatischen Systemen in nichts nachsteht. Oliver Kranz, Vorsitzender der Interessengemeinschaft, sieht im Schwertkampf eine Kunst, denn die Bewegungen seien elegant und fließend.

Die Kämpfer werden beim Kampf in Inchenhofen in den Klassen Langschwert und Schwert-Schild gegeneinander antreten und sich messen.

„Damals im Mittelalter war Schwertkampf eine sehr gefährliche Kampfart, in der es darum ging, so schnell wie möglich den Gegner auszuschalten und dabei möglichst nicht verletzt zu werden“, erklärt Oliver Kranz.

Auch Frauen gehören zur 28-köpfigen Gruppe. Auf die Frage, ob man nicht wahnsinnig viel Kraft zum Kämpfen brauche, bekommt man ein mildes Lächeln. „Vorurteile“, entgegnet Kranz und räumt mit diesen erst einmal auf.

Erstens seien die Schwerter gar nicht so schwer, wie sie aussehen. „Viele denken, ein Fechtschwert wiegt zwischen fünf und 15 Kilo. Das stimmt nicht. Es sind beim Lang-Schwert gerade einmal 1790 Gramm bei 1,20 Meter Länge“, klärt Kranz auf. Die breite Schnittkante des Schwerts misst etwa drei Millimeter und die abgerundete Spitze entspricht etwa der Größe eines Zehn-Cent-Stücks. Und zweitens sei Schwertfechten nicht grobschlächtig, wie es in vielen Filmen gezeigt werde, macht Kranz weiter klar. „Trotzdem spürt man die Nachhaltigkeit. Jede Aktion hat eine Folge.“ Man müsse seinen Körper kennen und einzusetzen wissen.

Der Historische Schwerkampf ist eine Kampfkunst und beansprucht wie andere Sportarten auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Er verbessere erheblich die körperliche Fitness und Motorik, zudem fördere der Schwertkampf das strategische Denkvermögen, zählt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft auf.

Unter Verwendung entsprechender Waffen und durch Interpretation historischer Bücher zeitgenössischer Fechtmeister, wie etwa Johannes Liechtenauer, werden die Techniken rekonstruiert. „Neben der korrekten Umsetzung legen wir großen Wert auf den sportmotorischen Aspekt“ betonen die Schrobenhausener.

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Veröffentlicht am 01.09.2010 16:49 Uhr


 

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