Inchenhofen    

Kutsche ohne Bürgermeister

Inchenhofen - Die verhüllte Wallfahrtskirche St. Leonhard wurde am Dienstagabend von einer rund 500 Meter langen Ölspur umrahmt. Während sich Feuerwehr und Bauhof am Marktplatz um die Beseitigung des Öls kümmerten, trat am Zisterzienserplatz der Marktgemeinderat zusammen. Und der hatte einiges zu besprechen. Neben Bauanträgen und dem Glasfasernetz wurde eine Personalie geklärt. Wolfgang Mokosch (Bürgerwille) rückte der ausgeschiedenen Anneliese Trübswetter offiziell in den Gemeinderat nach. Der war infolge dessen vollzählig. Doch eine Sache beschäftigte die Ratsmitglieder am meisten: Bürgermeister Karl Metzger war am vergangenen Sonntag zum Leonhardiritt nicht in der Kutsche mit den Ehrengästen gesessen. Dazu nahm er Stellung.


Freilich ging es in der jüngsten Sitzung des Inchenhofener Gemeinderates nicht nur um den Leonhardiritt am vergangenen Sonntag. Allerdings sorgte die Glaubensdemonstration, im Rahmen derer der Markt jedes Jahr auch hochrangige Gäste aus Politik und Klerus empfängt, in diesem Jahr für allerhand Spekulation. Bürgermeister Karl Metzger hatte sich heuer dafür entschieden, nicht in der Kutsche neben dem Landrat, Abgeordneten und Staatssekretär Johannes Hintersberger zu sitzen.
Die Ratsmitglieder Heinrich Schoder und Zweiter Bürgermeister Hans Schweizer sprachen Metzger gestern darauf an. In der Presse sei zu lesen gewesen, dass der Bürgermeister aufgrund von "Unstimmigkeiten" zwischen ihm und einzelnen Mitgliedern des Gemeinderates nicht mitgefahren sei. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was hier vorgefallen sein soll", beteuern sowohl Schoder als auch Hans Schweizer.
In ihre Stellungnahmen stimmten bald weitere (CSU-) Ratsmitglieder ein. Auch sie wüssten von nichts. Karl Metzger unterbrach die Fraktion um Schweizer ruhig und gefasst.
Seine Entscheidung habe er Hans Schweizer, dem Vorsitzenden des Leonhardikomitees, bereits Ende September mitgeteilt. Aus persönlichen Gründen sei sie getroffen worden, auf die der Bürgermeister der Marktgemeinde nicht näher eingehen wolle. "Ich denke, dass ich niemandem hier darüber Rechenschaft schuldig bin", machte Karl Metzger deutlich und beendete den öffentlichen Teil der Sitzung.
gr-inch-metzger


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Veröffentlicht am 08.11.2017 23:00 Uhr




 

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