Hollenbach    

Überm Berg

Hollenbach – Das Jahr 2010 war ein schwieriges Haushaltsjahr für die Gemeinde Hollenbach, die Krise hatte die Kommune erwischt, die wichtigsten Einnahmen, vor allem Steuern und staatliche Zuweisungen, gingen zurück. Ins Jahr 2011 kann Kämmerer Richard Baur aber durchaus wieder zuversichtlicher blicken, auch steigende Investitionen können ohne Neuverschuldung bewältigt werden.

So rechnet man mit einem Anstieg bei der Einkommenssteuer um 80 000 Euro auf 810 000 Euro, die Gewerbesteuer ist wie im Vorjahr bei 250 000 Euro angesetzt, was aber wohl sehr vorsichtig kalkuliert ist, hier dürfte mehr Geld in die Gemeindekasse fließen. Zurück gehen aber weiterhin die Zuweisungen vom Staat: Während 2009 noch fast 480 000 Euro überwiesen wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch gut 400 000 Euro, 2011 werden es nur knapp 360 000 Euro sein. Dafür sinkt wegen der gesunkenen Steuerkraft der Gemeinde die Kreisumlage, die die Kommunen an den Landkreis abführen müssen, von 768 000 auf 715 000 Euro.

Im Verwaltungshaushalt, der für den laufenden Betrieb zuständig ist, kämpft Hollenbach wie alle Gemeinden vor allem mit steigenden Energiekosten. Rückläufige Schülerzahlen führen dagegen dazu, dass die Schulverbandsumlage um 30 000 Euro auf 230 000 Euro sinkt. Insgesamt ist der Verwaltungshaushalt mit einem Volumen von 2,75 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, deutlich gestiegen ist der Vermögens-, also der Investitionshaushalt.

Der liegt bei 1,9 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 1,3 Millionen. Grund für die Steigerung sind fast ausschließlich Tiefbaumaßnahmen. Die größten Brocken sind das Baugebiet „Dorfplatzanger“ und die Erweiterung des Gewerbegebietes in Motzenhofen sowie der Kanalbau in der Igenhausener Ortsdurchfahrt. Hier steht ein Großprojekt vor dem Abschluss: Ende Juni soll die Maßnahme in Igenhausen fertig sein, dann sind alle Ortsdurchfahren von Motzenhofen bis Igenhausen saniert und die Kanäle erneuert. Zehn Jahre hat das die Gemeinde beschäftigt, im Juli soll dann mit einem Fest der Abschluss der Bauarbeiten in Igenhausen gefeiert werden.

Für gut 122 000 Euro werden außerdem befestigte Wirtschaftswege, und zwar der Sedlweg und der Arnhofer Weg in Hollenbach, der Riedermoosweg in Schönbach und der Mühlweg in Igenhausen saniert. Den Auftrag vergab der Gemeinderat an die Altomünsterer Firma Schweiger. Mit den Arbeiten soll möglichst bald begonnen werden. Setzt die Gemeinde alle Bauvorhaben um, braucht sie die Rücklagen fast vollständig auf. Man kommt aber ohne neue Kredite aus, und der Abbau der Schulden – derzeit etwa 850 000 Euro – soll moderat weitergeführt werden.

Dass die finanzielle Situation deutlich besser ist als noch vor Jahresfrist, zeigt vor allem die Entwicklung der Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt, die den finanziellen Spielraum einer Gemeinde angibt und ein Qualitätsmerkmal eines kommunalen Haushaltes ist. Die Zuführung steigt um 43 Prozent von 282 000 auf fast 405 000 Euro an. Auch in den kommenden Jahren kann Bürgermeister Hans Riß mit stabilen Zuführungen rechnen.



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Veröffentlicht am 25.03.2011 15:54 Uhr




 

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