Hollenbach    

Busse statt Mama-Taxi

Hollenbach – Das Stüberl des TSV-Sportheims war bei der Bürgerversammlung in Hollenbach am Dienstagabend voll besetzt. Moniert wurde von den Bürgern vor allem die abnehmende Leistung des schnellen Internets und die mageren Angebote des öffentlichen Nahverkehrs. Wilhelm Dauerer, der die Dorferneuerung begleitet, war ebenfalls zur Versammlung gekommen. Das Thema alte Dorfwirtschaft wurde aber nicht auf den Tisch gebracht.

Eine Diskussion, an der sich gleich mehrere Besucher beteiligten, entwickelte sich nach der Wortmeldung von Claudia Fischer. Die mehrfache Mutter beklagte, dass sie an manchen Tagen sehr viel als Mama-Taxi unterwegs sei, einfach weil die Busanbindung Hollenbachs eher dürftig sei. „Kleinbusse würden ja schon reichen“, meinte sie. Bürgermeister Hans Riß machte darauf aufmerksam, dass der Landkreis diesbezüglich eher „zurückhaltend“ sei, die Frage sei immer, wie gut das Angebot dann wirklich angenommen werde. Der öffentliche Nahverkehr sei „jetzt schon ein Zuschussgeschäft“. Vielleicht könne man ja auch über die Mitfahrzentrale des Landkreises manche Fahrt organisieren, regte er an, notierte sich aber den Wunsch nach besseren Busverbindungen.

Beim Stichwort Mitfahrzentrale kam Gemeinderätin Therese Isele-Juraske die Idee, man könne ja auch eine Mitfahrzentrale im Gemeindegebiet auf die Beine stellen. „Das ist doch vielleicht eine Anregung für die Arbeitskreise“, deutete sie an. Erwin Spar, ebenfalls Gemeinderat, erwähnte, dass es in Schrobenhausen einen Bürgerbus gebe, der „super angenommen“ wird. Den Achtsitzer könne man mit dem Autoführerschein fahren, Sponsoren hätten den Bus finanziert, Ehrenamtliche würden die Fahrten übernehmen – auch das vielleicht eine Anregung für die Arbeitskreise… Speziell für die Busse nach Augsburg wünschte sich Gemeinderatsmitglied Alois Lechner eine kürzere Fahrtzeit, wenigstens eine schnelle Verbindung am Morgen und eine am Abend seien wünschenswert.

Schnell voran kommen, allerdings auf der Datenautobahn, das möchte auch Michael Lidl wieder. Er und auch einige andere Bürger haben festgestellt, dass die Leistung der DSL-Leitung erheblich abgenommen habe. „Seit Oktober kommt bei mir ein Drittel weniger an“, sagte er. Der Bürgermeister will diesbezüglich bei der Telekom nachfragen, er vermutete, dass die schwächere Leistung mit der gestiegenen Zahl der Anschlussnehmer zusammen hängt.

Das Referat über den Stand der Dorferneuerung und die nächsten Schritte haben im Hauptort Landschaftsarchitekt Wilhelm Daurer und Stephan Haas, Mitglied im Arbeitskreis Baukultur und Ortsbild, Innenentwicklung, Grundversorgung, übernommen. Sehr lebendig und lebensnah erzählten sie, was bereits erreicht wurde (wir berichteten). „Mir gfoit’s echt guat in Hollenbach und des sui a so bleim“, machte Haas seinen Ansporn klar.

Das Finale der Bürgerversammlungen 2011 ist am Sonntag, 13. Februar, um 19 Uhr im Feuerwehrhaus Motzenhofen.

Von Ines Koreck



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Veröffentlicht am 09.02.2011 18:54 Uhr




 

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