Hollenbach    

Hollenbacher bleiben trotzig

Hollenbach (pat) Im Dezember hatte der Hollenbacher Gemeinderat sein Einverständnis zum Aufstellen einer Plakatwerbetafel am Ortseingang von Motzenhofen verweigert. Begründung: Das passe nichts ins Ortsbild. Bei der ersten Sitzung des neuen Jahres blieb das Gremium am Donnerstag bei seiner Ablehnung, obwohl das Landratsamt dringend zum Gegenteil geraten hatte.

Der Antragsteller nämlich hatte bei den Landkreisbehörden recht bekommen – die Ablehnung des Gesuchs sei rechtswidrig. Zum Beleg wurde der Hollenbacher Verwaltung ein Ministerialschreiben übersandt, aus dem klar ersichtlich wird, dass Plakatwerbung in Dorfgebieten rechtens ist, abgesehen von sehr speziellen Ausnahmefällen und schützenswerten Ortsansichten, die aber an besagter Stelle in Motzenhofen kaum anzuführen seien.

Der Gemeinderat reagierte überwiegend gereizt. „Damit kann ich mich nicht abfinden, so vernünftig bin ich nicht“, erklärte Therese Isele-Juraske und Johann Sedelmeir führte gar sein Gewissen als gewählter Volksvertreter ins Feld: „Ich kann das doch nicht erst ablehnen und jetzt einfach zustimmen, nur weil es das Landratsamt so will.“

Trotz der Warnung von Bürgermeister Hans Riß, es könnten eventuell Schadenersatzforderungen auf die Gemeinde zukommen, blieb es beim Nein. 9:3 gegen die Plakatwerbung lautete das Abstimmungsergebnis.

Eine sehr ausführliche Debatte folgte anschließend, als es um die Frage des bereits im Dezember grundsätzlich beschlossenen Baukindergeldes ging. Riß hatte die Ratsmitglieder seinerzeit mit der Auflage in die Weihnachtspause entlassen, sich über Details Gedanken zu machen, und das hatten einige offenkundig sehr ausführlich getan.

So plädierte zunächst Michael Haas dafür, die Altersgrenze der zu honorierenden Kinder auf 14 Jahre festzulegen und einen Betrag von 3000 Euro pro Kind zu gewähren. Thomas Mayer wollte die Familienförderung nicht ausschließlich auf Bauwerber beschränkt sehen und plädierte dafür, auch Immobilienkäufer mit dem Begrüßungsgeld auszustatten, woraufhin Paul Pfundmeier die Frage aufwarf, ob man damit nicht diejenigen benachteilige, die „nur“ als Mieter nach Hollenbach kämen.

Demgegenüber erklärte Alois Lechner noch einmal die eigentliche Intention des geplanten Zuschusses: „Das führt doch alles zu weit. Wir wollen damit Familien anlocken, aber natürlich wollen wir doch auch in erster Linie unsere Bauplätze verkaufen.“

Nachdem verschiedene Varianten durch die Debatte gegeistert waren und Bernhard Büttner sogar noch eine spezielle Familienförderung über eine kostenfreie Schulwegbeförderung ins Spiel gebracht hatte, einigte man sich – offenkundig ein wenig erschöpft – auf einen für alle gangbaren Kompromiss: Die Käufer eines Bauplatzes oder einer Immobilie, die für ihren Zuzug nach Hollenbach mindestens 100 000 Euro investieren und entweder schon Kinder haben oder innerhalb von fünf Jahren nach Einzug Kinder bekommen, erhalten pro Kind einen Baukosten- oder Immobilienkaufzuschuss von 3000 Euro pro Sprößling.



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Veröffentlicht am 14.01.2011 17:26 Uhr




 

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