Hollenbach    

Von Staub und Sonne

Igenhausen - Wie berichtet, treiben die zwei Anträge zu Freiflächenphotovoltaikanlagen rund um Hirschbach die Bürger um. Einige Wortmeldungen dazu kamen von etlichen der knapp 60 Besucher der Bürgerversammlung am Donnerstag im FCI-Sportheim. Doch die ganz große Diskussion oder Entrüstung gab es nicht.


Auch wenn genau gleich viele Männer und Frauen in Igenhausen wohnen, jeweils 271, unter den Besuchern der Bürgerversammlung spiegelte sich dieser Gleichstand nicht wider. Rund 60 Gäste versammelten sich im Sportheim, darunter fünf Frauen, zwei davon Gemeinderätinnen. Aus dem Gemeinderat standen insgesamt neun Mitglieder Bürgermeister Xaver Ziegler beim Auftakt zu den Bürgerversammlungen bei. Nach einem 50-minütigen Ritt durch die Geschehnisse und Projekte in der Gemeinde (wir berichteten), kamen die Bürger zu Wort:

Da staubt's: Wer mit dem Auto den Riedweg benutzt, kann anschließend in die Waschanlage fahren. Dieser Meinung ist Rupert Reitberger, und damit steht er den Äußerungen in der Bürgerversammlung zufolge nicht alleine da. Den Riedweg staubfrei zu machen, forderte er zum wiederholten Male. Diese Maßnahme sei vor Jahren schon einmal beschlossen worden, erinnerte er, und dann offensichtlich auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben. Der Bürgermeister hielt dagegen, der Riedweg stehe auf der Prioritätenliste weit hinten, es gebe Wege und Straßen, die eine Auffrischung dringender nötig hätten. Doch versprach Ziegler, eine Kostenschätzung für den Riedweg einzuholen und die Beschlusslage zu klären.
Die Verbindung von Igenhausen nach Hiesling sprachen sowohl Berta Arzberger als auch Rupert Reitberger an. Da gehe es manches Mal recht eng zu, meinten beide. Ob man nicht ein Tempolimit einführen könne, fragte Arzberger, 50 Stundenkilometer wären angemessen. Dies schrieb sich der Gemeindechef in sein Hausaufgabenheft; der Vorschlag soll im Rahmen der Verkehrsschau geprüft werden.
Hinsichtlich einer Entlastung der Weiherstraße (Lastwagenverkehr zur Firma Haimer) meinte Ziegler, die einst angedachte Umgehung sei ein "Wahnsinnsprojekt"; das müsse man sich schon sehr genau anschauen, vielleicht gibt es eine einfachere Lösung.

Der Klassiker, das Friedhofs-Klo: Rupert Reitberger hatte einen kleinen "Spickzettel" mit Anregungen zur Bürgerversammlung mitgebracht; darauf stand, wieder einmal, der Wunsch nach einer Toilette am Igenhausener Friedhof. Diesen Punkt hatte Ziegler gleich vorweg genommen. Er meinte, es zeichne sich eine Lösung ab, vorsichtig dürfe man hoffen auf den ersehnten Abort.

Applaus für "Xare": Der Betrieb der Bauschuttdeponie der Gemeinde Hollenbach ist noch bis Sommer dieses Jahres genehmigt. Wie es dann weitergehen wird, das müsse noch abgeklärt werden, beantwortete Ziegler eine Frage aus der Zuhörerschaft. Die Hollenbacher Deponie laufe "tiptop", lobte der Bürgermeister an dieser Stelle den Zuständigen Xaver Arzberger, der ebenfalls Gast der Bürgerversammlung war. Das fanden offensichtlich alle Anwesenden, spontan gab es Applaus für den zuverlässigen Dienst des inzwischen 80-Jährigen.

Eitel Sonnenschein? Die Sonnenenergie nutzen wollen zwei Firmen mit zwei Photovoltaikanlagen zwischen Igenhausen und Hirschbach (wir berichteten mehrfach). Dadurch würde ein "Gürtel" in der Landschaft entstehen mit einer Größe von 37 Hektar (alle drei Anlagen zusammen). Das sind fast 52 Fußballfelder. Die Meinungen dazu gingen weit auseinander. Von "lieber auf Dachflächen setzen und die Natur nicht verschandeln" über "Photovoltaik ist besser als intensive landwirtschaftliche Nutzung" bis hin zu "Spargel-Folien-Felder schauen genauso hässlich aus". Berta Arzberger unterstellte dem Gemeinderat den Tenor: "Das ist eine tolle Sache, das machen wir". Dies wurde aber von mehreren Seiten zurückgewiesen. Keiner wisse, wie die Entscheidung ausgehe. Genau deswegen erwarte man mit Spannung die Sitzung am 21. Februar.

Ziegler machte noch Werbung für die neue, "schicke und e-government-fähige" Gemeinde-Homepage. Viele Anträge und ähnliches können sich Interessierte so schon online besorgen.

Die nächste Bürgerversammlung findet am kommenden Montag, 11. Februar, um 19.30 Uhr in Schönbach im Feuerwehrhaus statt.

Von Ines Speck


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Veröffentlicht am 08.02.2019 23:00 Uhr




 

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