Hilgertshausen    

Wo’s intelligenter stinkt

Hilgertshausen – Schaffner Schorschi (Günther Kainz) hat beim traditionellen Starkbierfest des TSV Hilgertshausen die gefürchtete Predigt gehalten. Dieses Derblecken, das man vom Nockherberg kennt, hat so manche Persönlichkeit getroffen, aber einen Grund zum Beleidigtsein gab es nicht.

<p>Wo&rsquo;s intelligenter stinkt </p>

Schaffner Schorschi träumt noch immer vom Fußballjahr 2010, sodass er heuer nicht mit dem Pfeiferl sondern mit einer Vuvuzela in die Bütt kam. So erinnerte er an die Großleinwand-Fußballübertragungen, die von der Hilgertshausener Feuerwehr während der WM 2010 für tolle Zusammenkünfte in der Schormair-Halle gesorgt hatten. Das monotone Tröten empfindet der Schorschi als gar nicht schlimm. Der Tanderner Feuerwehr, der das Martinshorn auf ihrem Löschfahrzeug immer zu leise ist, empfahl er, schnellstmöglich auf Vuvuzelas umzurüsten.

Natürlich wurden auch den Gemeindepolitikern die Leviten gelesen. Dem Schorschi war aufgefallen, „dass Gemeinderat Max Demmelmair für seine Residenz ein eigenes Ortsschild braucht“. Der Ferlhof, die stetig wachsende Metropole in der nordöstlichen Provence von Hilgertshausen, habe sich zu einem Tourismusmagnet entwickelt. „Bio-Ranch, Töpfer-Zentrale und Weihnachtsmarktvorreiter“, so fasste der Schorschi das Geschehen auf dem Ferlhof zusammen. Auch ein Spielcasino soll noch entstehen, wenn die Zufahrtswege mal vierspurig ausgebaut sind.

Natürlich war auch der Kanalgestank in der Hilgertshausener Kirchgasse, der durch die von Ober- und Niederdorf her verlegte Druckleitung entstanden ist, ein heißes Eisen für den Starkbierredner, der nach „intelligenten“ Lösungen für dieses Abwasserproblem suchte. Den Gemeinderäten mit Bürgermeister Hans Kornprobst an der Spitze empfahl er, sich mit der Umweltproblematik wirkungsvoll auseinanderzusetzen. Es gab dabei zu bedenken, dass die Ober- und Niederdorfer „ihre täglichen Willkommensgrüße über den Kanal in Form einer besonderen Duftnote ins Gemeindezentrum übermitteln“. Die geplante Verlegung des Anschlusspunktes Richtung Dorfweiher verändere die Umwelt, „denn dann stinkt’s halt dort intelligenter“. Im Moment habe sogar Pfarrer Paul Riesinger noch mit dem Kanalgestank zu kämpfen. „Selbst am Altar beißt’s den Pfarrer in der Nase und auch vor dem Mesnerhaus treibt ihm der Gestank das Wasser in die Augen.“

Die schwierige Vorstandsfindung beim Gartenbauverein Hilgertshausen und das im letzten Jahr gefeierte 125-jährige Feuerwehrjubiläum waren Angelegenheiten, mit denen er die Lachmuskeln der vielen Zuhörer strapazierte. Aus dem Gartenbauverein habe man einen Gartenbauverein-Erhaltungsverein gemacht, weil der Putz Ade ewig keinen Nachfolger gefunden hat. Seit kurzem stehe aber fest, dass die Damen aus dem Ort das Heft in die Hand nehmen und auf dem ehemaligen Ziegeleigelände sogar ein Gartenbau-Vereinsheim bauen wollen. „Mit Frauenpower wird’s probiert und der Verein endlich weiterg’führt“, fasste der Schorschi zusammen. Feuerwehr-Vorsitzende Gerd Knöferl habe aus Freude über das gelungene Feuerwehr-Jubiläum etwas zu tief ins Glas geschaut, „aber er ist a neuer Mensch worn“.

Neu war für viele aus der großen Zuhörerschar, dass es am Sportheim-Stammtisch, spätestens wenn mal der Strom ausfällt, zu einer erotischen Kerzenschein-Atmosphäre kommt. Sogar vom Junggesellen-Strip und der schönen Ilmtal-Loreley, die das Blut der Stammtischbrüder in Wallung bringt, wurde berichtet.

Anekdoten aus dem Geschehen in der Fußballabteilung des TSV durften beim Starkbier keinesfalls fehlen. Nicht selten sei es der Alkohol gewesen, der insbesondere bei den Ausflügen für Gespött gesorgt hat. Während der einstündigen, toll gewürzten Starkbierpredigt hat es Schorschi nicht vergessen, immer wieder seinen Krug zu erheben und zum Prosit der Gemütlichkeit einzustimmen. Die zünftige Musik der Blaskapelle Langenpettenbach hätte gar nicht besser zur Starkbierpredigt passen können.



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Veröffentlicht am 31.03.2011 17:17 Uhr




 

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