Hilgertshausen    

Lechner hängt zwei Jahre an

Von Josef Ostermair

Hilgertshausen – Michael Lechner will zwar nicht Konrad Adenauer nacheifern, der mit 87 Jahren noch Bundeskanzler war, aber für den Vorsitz in der Hilgertshausener CSU fühlt er sich mit 74 Jahren noch nicht zu alt. So war es bei der Hauptversammlung auch kein Thema, dass Lechner noch für weitere zwei Jahre kandidiert.

<p>Lechner hängt zwei Jahre an </p>

„Freilich wär?s mir lieber, wenn sich ein Jüngerer finden würde“, erklärte Lechner, der andererseits als Austragsbauer für die Politik nun mehr Zeit aufbringen kann als früher. Bis in zwei Jahren, so hofft er, wird einer seiner beiden wesentlich jüngeren Stellvertreter das Ruder der Hilgertshausener CSU übernehmen.

Dass Lechner von den zwölf Stimmberechtigten dann mit elf Ja-Stimmen und einer Enthaltung gewählt wurde, war nur Formsache. Auch die übrigen Wahlgänge waren von Harmonie geprägt. Mit dem identischen Ergebnis wählte man Hans Keller und Hubert Oberhauser erneut zu Lechners Stellvertretern. Schatzmeister bleibt Georg Kornprobst senior. Neue Beisitzer im Vorstand sind nun Gemeinderat Markus Hofner und Franz-Josef Karchhammer. Als Beisitzer wieder gewählt wurden Bürgermeister Hans Kornprobst, Jakob Huber und Georg Kornprobst junior.

Hilgertshausen ist und bleibt eine Männerbastion in der CSU und wird auch in den nächsten beiden Jahren der von der Parteispitze gewünschten Frauenquote nicht zuträglich sein. Einziges weibliches Mitglied in der Vorstandschaft ist die wieder gewählte Schriftführerin Kornelia Mahne, die als Ersatz-Delegierte für die Kreisvertreterversammlung nicht gewählt wurde. Delegierte für dieses Parteigremium sind die drei Vorsitzenden und zu Ersatzdelegierten hat man Hans Kornprobst, Georg Kornprobst senior und Markus Hofner gewählt. Kassenprüfer bleiben Michael Knöferl und Nikolaus Glas.

Dass es in der Kasse des 28 Mitglieder zählenden CSU-Ortsvereins nicht schlecht ausschaut, zeigte Georg Kornprobst senior auf und wies auf den geringen Überschuss aus 2010 in Höhe von 320 Euro hin.

Lechners Rechenschaftsbericht war zu entnehmen, dass die Christsozialen in Hilgertshausen im vergangenen Jahr Ministerpräsident Horst Seehofer bei dessen Auftritt in Schwabhausen zugehört haben, den Bayerischen Landtag besuchten und erstmals auch am Ferienprogramm der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern mitgewirkt hatten. Mit 13 Teilnehmern sei Hilgertshausen auch beim Politischen Aschermittwoch in der Dreiländerhalle von Passau vertreten gewesen. „Das hat keiner bereut, allein der tollen Atmosphäre wegen“, schwärmte Lechner. Am Freitag, 13. Mai, werde man den ehemaligen Chefredakteur des Bayernkuriers, Wilfried Scharnagl, bei einer CSU-Veranstaltung im Fottner-Saal von Thalmannsdorf als Referenten aufbieten.

Lechner, der schon von 1983 bis 1993 die Hilgertshausener CSU geführt hatte und nun wieder seit 1999 an der Spitze steht, verhehlte nicht, dass er in der Bevölkerung politische Unzufriedenheit verspüre. „Wir müssen den Leuten sagen, dass es den Menschen in anderen Ländern keinen Deut besser geht“, so Lechner, der es bedauert, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wegen der Plagiats-Affäre gehen musste. „Alle, die hier ihren Mund aufgerissen haben, sollten endlich ehrlich sein und sagen, was sie in ihrem Leben schon alles geliefert haben“, verteidigte Michael Lechner Guttenberg.

Das mit der Politikverdrossenheit sieht MdL Bernhard Seidenath, der die Neuwahlen bei der Hilgertshausener CSU leitete, ein wenig anders. Er gehe davon aus, dass diese Unzufriedenheit nachgelassen habe, „weil wir nur drei Prozent Arbeitslose und seit sieben Jahren einen Haushalt ohne Neuverschuldung haben. Auch die geringste Kriminalitätsrate ist viel wert.“ Durch eine seriöse Finanzpolitik sei Bayern schnell und gut aus der Krise rausgekommen.



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Veröffentlicht am 13.03.2011 17:26 Uhr




 

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