Hilgertshausen    

Solarpark bei Unterdinkelhof

Hilgertshausen – Auf der viele Jahre von der Firma Fink betriebenen Bauschuttdeponie in Unterdinkelhof bei Hilgertshausen soll ein Solarpark errichtet werden. Mit dem entsprechenden Antrag auf eine Photovoltaik-Freiflächenanlage für eine Fläche von knapp 3,6 Hektar hat sich der Hilgertshausener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befasst.

Man war sich einig, dass nach verschiedenen Vorgesprächen mit Behörden die Bauleitplanung auf den Weg gebracht werden soll, damit noch vor der nächsten Kürzung der Einspeisevergütung (voraussichtlich zum 1. September 2011) die Anlage ans Netz gehen kann. Betreiben will diese Anlage die Energiebauern GmbH in Sielenbach.

Deren Geschäftsführer Sepp Bichler, der sich seit 1978 intensiv mit der Nutzung solarer Strahlungsenergie befasst, will in Abstimmung mit der Dachauer Recyclingfirma Fink in Unterdinkelhof eine Anlage mit einer Leistung von rund 1,3 Megawatt errichten.

Rund 0,8 Hektar der Fläche sind im Eigentum der Gemeinde Hilgertshausen. Die für den vorgesehenen Solarpark in Anspruch genommenen Bereiche sind im rechtswirksamen Flächennutzungsplan als Flächen für die Landwirtschaft und als Fläche für Abgrabungen dargestellt. Zur Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung der Anlage an diesem Standort muss nun also der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Mit dem Entwurf, den der Aichacher Landschaftsarchitekt Hans Brugger dem Gemeinderat vorgestellt hat, dürfte es seitens der Träger öffentlicher Belange keine Probleme geben, denn Gespräche im Vorfeld hätten ergeben, dass keine Widerstände zu erwarten sind.

Bürgermeister Hans Kornprobst glaubt auch nicht, dass es aus der Bürgerschaft heraus Proteste gibt. Die überplante Fläche sei abgelegen und kaum einsehbar. Auch die mittlerweile stillgelegte Bauschuttdeponie habe dort niemanden gestört.

Eine längere Diskussion im Gemeinderat hat aber die Frage hervorgerufen, wer die Anlage auf der Teilfläche der Gemeinde betreiben und ob sich die Gemeinde an den Planungskosten beteiligen soll.

„Im Gemeinderat sollte Klarheit herrschen, was die Gemeinde mit ihrer Fläche vorhat, die Position der Gemeinde ist für mich nicht klar erkennbar“, kritisierte Gerhard Huber von der Tanderner Bürgerliste. „Warum man die Firma Bichlers so nach vorne gepuscht hat“, fragte Fraktionskollegin Isabel Kühnl, und CSU-Mann Michael Jocham erklärte, dass es schon bedenklich sei, wenn ein Privater die Planungskosten der Gemeinde übernimmt. „Wir kommen da schon in einen gewissen Graubereich rein“, so Jocham. Diesbezügliche Bedenken äußerte

auch Werner Kerzel von der FWG Hilgertshausen.

Der Bürgermeister sieht dieses Problem jedoch nicht, weil Bichler vor dem versammelten Gemeinderat versichert hat: „Wir wollen uns nicht aufdrängen und die Gemeinde bevormunden. Wir haben keinerlei Vertrag mit der Gemeinde, es ist auch noch nicht geklärt, wie das Projekt umgesetzt werden soll“. Zunächst gehe es nur um die baurechtliche Genehmigung und da wolle man im Hinblick auf die Einspeisevergütung keine Zeit verlieren.

Ob der Gemeinderat sich für eine Verpachtung der gemeindeeigenen Fläche ausspricht oder das Ganze doch in Richtung Eigenbeteiligung geht, soll erst später entschieden werden. Auch über die von Gemeinderat Michael Lechner angesprochenen Planungskosten wurde nicht länger diskutiert, nachdem der Planer unmissverständlich zu verstehen gegeben hatte: „Das ist eine Angelegenheit für den nichtöffentlichen Teil der Sitzung“.



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Veröffentlicht am 06.03.2011 18:47 Uhr




 

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