Dialektwoche    

Ozapft is

Oidminschda - Dees Bier is oans vo de oidaschtn alkoholischn Getränke. In ganz Bayern und in Deitschland guits ois Nationalgetränk, drum hoaßt a da Wahlspruch vom Deitschn Brauerbund "Bier is rein, Bier is Genuß!".


In ganz Deitschland gibts circa 1300 Brauerein, wobei alloa fast 50 Prozent in Bayern liegn. Mia keena uns glücklich schätzn, daas ma in Oidminschta no zwoa unabhängige Privatbrauerein homm, de no ned vo de großn Braukonzerne gschluckt wordn san. Drum mecht i nur sogn: "Drinkts dees guade Kapplerbrai- und Maierbrai-Bier, damit uns de no lang erhoitn bleibm.
Braud werd bei deene zwoa noch dem Reinheitsgebot, dees a heid no dees oidaschte, guitige Lebensmittelgesetz der Woid is. Am 23. Aprui 1516 is da Boarische Landschtändedog untam Vorsitz vo Herzog Wilhelm IV. in Inglstodt zsammkeema. Dees Gremium billigte de vom Herzog vorglegte Vorschrift und hods für ganz Bayern verbindlich gmacht, daas zur Herstellung vo Bier nur Gerschn, Hopfa und Wassa verwendt werdn derf.
Und jetzt mecht i eich no ab bissl was zum Herschtellungsprozess vom Bier vazoin. De wichtigstn Prozesse laffa im Sudhaus ob. Znachst werd do dees grobe Moiz in da sogenanntn Schrothmuih fein zerkleinert und anschließend in da Moaschpfanna (Maischepfanne) mit Brauwassa vamischt. Do Bier zu mehr ois 90 Prozent aus Brauwassa beschtäht, schpuit de Qualität vo dem, de deitli üba der vom üblichn Trinkwassa liegt, a entscheidende Roin, obs Bier schpaada schmeckt oder a ned.
De Maische werd dann auf verschiedene Temperaturschtufn erhitzt. Vo da Moaschpfanna gäht da Sud dann üba zum Läuterbottich. In dem werd de Flüssigkeit, de sogenannte Würze, mit Huif vo am Siebbodn vo de festn Beschtandteile trennt. Dazua zoihn insbesondere de Speijzn (Hüllen der Malzkörner). Zruck bleibt da Trebern, a nährschtoffreiches und hochwertiges Fuaddamittel für landwirtschaftliche Betriebe.
Vo do wandert dann de Würze, bereits a goidgoibe Flüssigkeit, in de sogenannte Würzepfanna. Do werd da unverzichtbare Hopfa dazuagebm. Der gibt dem Bier schpaada sei typisches Aroma, a feste Schaumkrona und erhöht zusätzli de Hoitbarkeit vom Bier.
Noch da Hopfazuagab werd de driabe Würze oa Schtund kocht. Durch dees Kocha buidt se ausgfoins Moizeiweiß. Des werd mit de weitern, übrigbliebma Driabschtoffe in Keglschleidern durch Rotation in da Mittn vo dem Gefäß obgsetzt und de klare Würze am Pfannarand obgsaugt. Anschließend werd de Würze dann in mehrare Schtufn von 100 Grad auf zehn Grad runterkuihlt und in den Gärtank gleit.
In Gärtank werd da Würze de nötige Heffa (Hefe) zuagsetzt. De wandelt dann den vorhandna Moizzucker durch a einwöchige Gärung in Alkohoi und Kohlensaire um. Noch da Gärung werd de übaschüssige Heffa obzogn und für neie Brauprozeße verwendt.
"Drink zum Wohlsei und ned zum Vollsei!"
In riesige Tanks lagert dees Bier na no vier bis fünf Wocha bis zur voischtändign Reife noch. Vo do erreicht dees Bier dann de letzte Schtation seina Herstellung, den Bierfuita. In dem werdn de verbliebma Heffazeijn und sonstige Driabschtoffe zruckghoitn und ma kriagt a kristallklars, reins Bier.
Danoch werds nomoi schtrengstens kontrolliert und anschließend in Flaschn oder Fassl obgfuit. Damit schtäht dann dem Spruch "Drink zum Wohlsei und ned zum Vollsei!" nix mehr im Weg.
Proscht!!!

Vom Brad Sigi


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 13.05.2015 23:01 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief