Dialektwoche    

„Der is ma auf d’Zeacha gschtieng, aba scho wia!“

Beïmas – An ihran erschtn Voiksdanz erinnad si d’Dantmann Elfriede no guat. Schmerzhaft wars. Beim „Siebenschritt“ is ihr nämlich des Namliche bassiert: „Auf oamoi lafft mei Vordermo redur! Rückwärts! I woaß ned, wos i macha muaß – und bleib schteh. Mei, der is ma mit seine gnogltn Foidnschtiefi auf d’Zeacha gschtieng, aba scho wia. Des hod a boor Dog weah do weah doa.“



An „Siebenschritt“ ko d’Elfriede heid im Schlof. So wia ungfahr 80 andere Voiksdänz, de sie mit ihrm Mo, dem Leo, eigschdudiert hod. Seit guad 15 Johr san de zwoa de Vordänzer bei de Voiksdanzler, de zum Hoamat- und Voikstrachtenverein Beïmas ghean. Jedn drittn Freidog im Monat treffa si so zwischn fünf und zwoif Boor im Untern Torbogn in Beïmas, do is des Vereinsheim vo de Trachtla. „Des is a Raum mit 50 Quadratmedda, in da Mittn a Seiln, um de werd rumdanzt“, lacht da Leo.

Er und d’Elfriede san Spatberuafane. Er war 47, sie 45, ois sie zwoa mim Voiksdanzn ogfangt hom. Etliche Johr is des jetz her. „D’Kinder warn groß, da muaß ma wieda unter d’Leid geh.“ Mit a boor Bekannte san sie zu am Voiksdanz noch Mering gfahrn und warn sofort ogsteckt. „Lauter nette Leid, oi sans per Du, oi sans einheitlich im scheana Deandl ozogn, ois is feschtlich. Iagendwia san oi vom gleicha Schtamm.“

Freid an da Musi und am Danzn hom de Dantmanns immer scho ghabt. Wenn seinerzeit beim Voglbrei in Leahad de Danzkaboina gschpuit hom oda in Hoïabo beim Kramerwirt, san de zwoa oiwei higanga.

„I hob scho mit drei Johr danzn kinna“, sagt d’Elfriede. „Da Vata war Boschthoidda von Hoïabo, hod in da Kirch d’Orgl gschbuit und an Chor dirigiert. Am Sonndog Middog hod er dann im Wohnzimmer dahoam s’Akkordeon rauszong. D’Muatta hod kocht, da Vata gschbuit, und i hob danzt dazua.“ An Leo hod sie ois jungs Mala beim Burschenverein in Leahad kennaglernt, mit 20 Johr hod’s na gheirat,
Kina kriagt, in Hoïabo a Haus baut, Boschtmoaschdarei übernomma, schliaßli an kloana Kramerlon betriem. Und dann san de Dantmanns irgendwann amoi de Beïmasa Trachtla aufgfoin, weils hoid recht schea zammdanzn kina. 1999 homs an Leo dann zum Vordänzer gwoid. „Ins koide Wasser homs mi gschmissn“, lacht er. Koana hätt eam vorgwarnt, nix war ausgredt, und am Anfang hätt er aa gor ned gwußt, wia er des aoufanga soidad. Dann hod eam aba da Rösch Hans vo Leahad, a begnadeter Musikant und Musiksammler, an Koffer mit 100 Mini-CDs gschenkt. Auf jeda oanzelna war a oanzelne Danzmelodie drauf. „I bin a ganze Woch lang am Boon soi gflackt vor meina Schtereoanlag und hob ma oans ums andere Liad aoudoust. Und dann homma de scheanschtn rausgsuacht und homs auf a Kasettn überschbuit. Mit dera samma dann noch Beïmas und homs mit de Leid eigschdudiert.“

Heid hom de Dantmanns an Liada-Schatz mit ned weniger ois 450 Titln. Für de meischtn gibt’s eigene Dänz. Für manche sogor zwoa und drei. Des „Bauernmadl“ zum Beischbui exischtiert in da Oachama Form und in da Tiroler Form. „Je noch Gegend wean de Liada andersch danzt, aa manchmoi andersch gschbuit“, vazoit da Dantmann Leo. Er und sei Frau beherrschen wirklich vui Dänz. Sie sagt: „S’Lerna ist eïd arg schwaar. Des oanzig schwierige is, si ois zum mörka.“

A Schtuckara drei, vier Voiksdanzveranschtaltungen organisiern de Dantmanns jeds Johr mit de Beïmasa Trachtla. Do kemma dann an de guat 130 Leid vo überoi her und wuin aa bissal wos gebotn hom. Für jeds Moi muaß a eigns Programm zammgschdoid wean. 35 bis 40 Liada und Dänz is so a Omd lang. Und er soidad hoid aa abwechslungsreich sei. Wobei des gor ned so schwaar is: „Es gibt ja o soiddn gschbuide Liada, de ko ma dann eibaun, dann lerna d’Leid wieda wos Neis.“ An „Kisserltanz“ zum Beischpui, bei dem da Bursch bei de Malan mit am Kissn reihumgeht. Wenn ers Kissal bei oana aufn Boon foin lasst, muaß sie mit eam an Woiza drahn. Oda da „Hans Adam“. Des is a recht a derbs Liad, bei dem de Dänzer zwischnnei singa miassn: „Hans Adam, zwick s’Loch zam, zwicks do her, du Saubär“ – wobei ma si gegenseitig mit de Orschbacka schubbad...

Da schwierigschde Danz, song de Dantmanns, sei da Landler, weil er so vui vaschiedene Figurn hod. Und an Zwiefacha, „den ko ma eïd lerna, denn muaß ma hean.“ Ma braucht hoid aa a gewisse Erfahrung, dass oam da Voiksdanz Schpaß macht. Vielleicht deswegen san Voiksdänzer meischtens oiddare Herrschaften. Wos eïd hoaßt, dass sie fade Nussn san. Wia sagt d’Elfriede: „Auf an normala Danz daad i gor nimma geah minga. Woizer, Fox, Jive san langweilig. Do gehts imma gleich rundrum...“


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Veröffentlicht am 09.05.2016 00:05 Uhr




 

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