Dasing    

Rollentausch mit toter Urgroßmutter

Laimering - Die Premiere von "Zapp Zarapp" war quasi eine Welturaufführung der Dorfbühne Laimering. Der Dreiakter aus der Feder der beiden Autoren Markus Scheble und Sebastian Kolb ist brandneu. Die Premierenvorstellung war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Das Stück war vortrefflich besetzt, toll inszeniert und eine hervorragende schauspielerische Leistung der Dorfbühne Laimering.

dorfbühne_2

Spielleiter Georg Treffler und seine zehn Darstellerinnen und Darsteller haben bei der Aufführung alles gegeben. Auf der Bühne steht heuer ein junges Team, das sich hervorragend bewährt hat. Es gab wiederholt Szenenapplaus und mehr als zwei Stunden beste Unterhaltung mit Frauenverstehern, Internetliebschaften und Pussycats.
In der alten Gaststube auf der Bühne wird der Geist der längst verstorbenen ehemaligen Brauerei- und Gastwirtschaftsbesitzerin lebendig. Das Bühnenbild haben Franz Römmelt sowie Franz und Georg Treffler gestaltet. Urgroßmutter Ahndl (Barbara Fischer) mischt sich in das Leben ihrer Nachkommen ein.
Der Gasthof "Zur goldenen Sau" ist mittlerweile in die Jahre gekommen und in einem sehr maroden Zustand. Die Geschäfte laufen nicht besonders und das Geld für eine Renovierung fehlt. So ist es kein Wunder, dass die Wirtsleute Sepp (Philipp Dichtl) und Lies (Romana Braun) vor lauter Frust häufig streiten. Den Stammgästen, unter ihnen der "Strickliesl-Stammtisch", zu dem die Ratschen Hilde (Melanie Kormann) und die Frau des Fußballvereinsvorsitzenden gehören, geht das Gezänk gehörig auf die Nerven.
Eine mögliche Geldquelle wäre der "Bräu" Hans Felgenhauser (Gabriel Schweiger), der eine Investition aber vom Aufstieg des Fußballvereins abhängig macht. Dessen Vorsitzender Otto (Johannes Schweiger) steht deshalb mächtig unter Druck.
Als es eines Tages zwischen den beiden besonders heftig wird, taucht der Geist der Urgroßmutter aus dem Jenseits auf - ein Streich, der heilsame Wirkung hat.
Das Stück spielt sich in der Gaststube der Dorfwirtschaft, deren Renovierung am Geldmangel scheitert. Die Stammtischbrüder können nicht helfen. Weder der Bäckermeister Rudi (Gerhard Augustin), den seine Angetraute Uschi (Stefanie Aulinger) nur durch massiven Drohungen überzeugen kann, den Heimweg anzutreten, noch der liebestolle Erwin (Fabian Fischer), der im Internet seine Flamme Babsi (Caroline Römmelt) kennenlernt und beim ersten Treffen eine riesige Enttäuschung erlebt.
Als nun die Urgroßmutter aus dem Jenseits die ständigen Streitereien mit einem körperlichen Rollentausch beendet, ist der Schrecken riesig. Die Lachmuskeln der Besucher werden gehörig strapaziert, wenn Wirtin Lies in Sepps Pyjama und Sepp mit langen Haaren und Busen aus dem Schlafzimmer kommen. Mimik und Situationskomik sind hier meisterhaft gelungen. Als sich die beiden wieder versöhnen, nimmt die Urgroßmutter ihr "Zapp Zarapp" zurück und erlöst sie aus ihrer Misere. Als auch noch die Fußballmannschaft in die Kreisliga aufsteigt, rückt der allgemeine Wunsch näher.
Für die musikalische Einlage zu Beginn und in den Pausen sorgte die Saitenmusik Corda aus Laimering mit Carolin und Natalie Römmelt, Melanie Göhring sowie Christian Treffler. Als Souffleuse ist Magdalena Augustin im Einsatz. Melanie Göhring und Daniela Fiehl sind für die Maske verantwortlich. Um Ton und Technik kümmern sich Martin Treffler, Christian Treffler und Martin Menzinger. Erwähnt werden sollen auch Nachwuchsakteur Johannes Schweiger, der aus Jugendtruppe der Dorfbühne kommt und in der Erwachsenenriege seinen Auftritt mit Bravour gemeistert hat.

Weitere Vorstellungen von "Zapp Zarapp" sind am Sonntag, 2. Dezember, um 14 und 19 Uhr, am Samstag, 8. Dezember, um 20 Uhr, am Sonntag, 9. Dezember, um 19 Uhr. Der Kartenvorverkauf findet von Montag bis Samstag von 19 bis 21 Uhr unter 0160/577 21 65 statt.

Von Erich Echter


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 25.11.2018 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief