Adelzhausen    

Adelzhausen weiter schuldenfrei

Adelzhausen - Wie die Autobahngemeinde in diesem Jahr ihre Finanzen regeln will, war Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Kämmerin Claudia Naßl präsentierte den Haushaltsplan für das Jahr 2018. Der Plan sieht ein Volumen von rund 6,4 Millionen Euro vor. Damit steigt der Haushalt um knapp 1,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.


Die hohe Summe setzt sich aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 3,7 Millionen Euro und dem Vermögenshaushalt von 2,7 Millionen Euro zusammen. Vor allem der Vermögenshaushalt erhöht sich im Vergleich zu 2017 von 1,5 Millionen auf 2,7 Millionen Euro erheblich. Der Grund dafür sind die vielen Investitionen in diesem Jahr.
Aber auch die Sparsamkeit der vergangenen Jahre zahlt sich nun aus. Wie bereits in den Vorjahren, will die Gemeinde 2018 keine Schulden aufnehmen und bleibt somit auch in Zukunft schuldenfrei.
Im Vermögenshaushalt sind 600 000 Euro für den Grundstückserwerb, 100 000 Euro für den Grundstückskauf für das geplante Baugebiet Heretshausen-Mitte und 468 000 Euro für allgemeine Kanalsanierungsarbeiten vorgesehen. Darin enthalten sind erstmals auch die Kosten für die Erstellung des Kanalkatasters in Höhe von 65 000 Euro. Zusätzlich werden 372 000 Euro für den Anschluss des Ortsteils Michelau an den gemeindlichen Kanal einkalkuliert.
Und auch die Digitalisierung will sich die Gemeinde was kosten lassen: Für den Ausbau der Breitbandversorgung werden Kosten in Höhe von 422 000 Euro erwartet; für diese Investition erhält die Gemeinde einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 338 300 Euro. Für die Umgestaltung des Naturschutzprojekts "Erlebnis Ecknach" will die Gemeinde 223 000 Euro ausgeben; knapp die Hälfe der Kosten erhält Adelzhausen durch Fördermittel jedoch wieder zurück.
Für Straßensanierungen sind in diesem Jahr 76 000 Euro und für die ersten Ausgaben des geplanten Neubaus der Kläranlage 50 000 Euro im Haushalt vorgesehen. Mögliche Renovierungsarbeiten an den Kirchen St. Leonhard und St. Laurentius will die Gemeinde mit bis zu 65 000 Euro bezuschussen. Außerdem beteiligt sie sich mit 500 Euro an dem Austausch der Blitzschutzanlage am Adelzhausener Kirchturm. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten am Landmannsdorfer Friedhof will die Gemeinde mit 30 000 Euro decken.
Tief in die Tasche greifen will Adelzhausen auch für die Kinderbetreuung. Die Bau- und Renovierungsarbeiten an der Grundschule Adelzhausen werden rund 120 000 Euro kosten. Weitere 25 000 Euro werden für die Miete der Kita-Container und für die Planungsarbeiten einer möglichen Umgestaltung der Kindertagesstätte nötig. Die Planungsarbeiten für den Waldkindergartens werden auf 10 000 geschätzt.
Aber auch die Vereine kommen nicht zu kurz: Der BC Adelzhausen soll einen Zuschuss in Höhe von 45 000 Euro erhalten. Die Summe setzt sich aus 10 000 Euro für die Ertüchtigung der Flutlichtanlage und 35 000 Euro für den Neubau der Umkleidekabinen der Tennisabteilung zusammen. Die Feuerwehr Adelzhausen erhält bis zu 15 000 Euro für die neuen Atemschutzgeräte und für ein gebrauchtes Einsatzfahrzeug. Rund 20 000 Euro sind für die Malerarbeiten am Adelzhausener Bürgerhaus eingeplant. Mit 821 200 Euro fällt die Kreisumlage wieder höher aus. Ebenfalls gestiegen sind die Personalkosten: Rund eine Million Euro muss die Gemeinde für ihre Angestellten in diesem Jahr ausgeben. Die zusätzliche Kita-Gruppe und das erforderliche Personal sind ein Grund für den Anstieg.
Die großen Ausgaben lassen sich vor allem dank der Sparsamkeit in den vergangenen Jahren stemmen. Allein 2018 kann auf eine Rücklage von knapp 1,4 Millionen zurückgegriffen werden. Außerdem ist eine Rückführung aus dem Verwaltungshaushalt von über 700 000 Euro geplant.
Zu den größten Einnahmequellen der Gemeinde zählen in diesem Jahr die Gewerbe- und Einkommenssteuer. Mit knapp 1,4 Millionen Euro Einkommensteuer und rund 800 000 Euro Gewerbesteuer rechnet die Kommune. Damit steigen die Einnahme allein dort um rund 200 000 Euro; bereits in den Vorjahren erhöhten sich die Einnahmen aus den beiden Steuern kontinuierlich. Aufgrund der guten Wirtschaftslage können die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sogar noch höher ausfallen, betonte die Kämmerin.
Bis 2019 will Adelzhausen schuldenfrei bleiben. Für die Jahre 2020 und 2021 ist ein Kredit in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro geplant. Notwendig wird dieser für den Bau der Kläranlage. Kommt es zu der Kreditaufnahme so wird die Pro-Kopf-Verschuldung im Jahre 2021 rund 830 Euro betragen; derzeit liegt sie bei null.

Von Andreas Dengler


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Veröffentlicht am 05.04.2018 23:00 Uhr




 

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