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Baar gegen Windkraft aus Holzheim

Baar (ad) Obwohl es nach dem ablehnenden Bürgerentscheid um die auf Baarer Flur geplanten Windkraftanlagen recht ruhig geworden ist, waren Windräder das zentrale Thema der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Das hängt mit der Änderung des Holzheimer Flächennutzungsplanes zusammen und einem Fragebogens zum Regionalplan.

<p>Baar gegen Windkraft aus Holzheim </p>

Bereits am 18. Januar hat die Gemeinde Holzheim die 7. Änderung ihres Flächennutzungsplanes beschlossen. Darin werden im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung vier mögliche Standorte für Windkraftanlagen ausgewiesen. Zwei dieser Flächen befinden sich in unmittelbarer Nähe zur nördlichen Baarer Gemarkungsgrenze, eine davon, oberhalb des Weinbergs, ist 29 Hektar groß und nur 950 Meter vom Baarer Wertstoffhof entfernt. Die nötige Stellungnahme des Baarer Gemeinderates sorgte für reichlich Verwunderung und Diskussionsstoff innerhalb des Gremiums.

„Ich bin schon sehr erstaunt über Holzheim. Nach der eindeutigen Stellungnahme gegen die Windkraftanlage am Dürrnberg weisen sie nun selbst gleich vier Flächen aus“, meinte Gottfried Denkel. Josef Weinbaur verwies auf die generelle Lage der Standorte direkt an den Holzheimer Flurgrenzen möglichst weit weg vom Ort, recht dicht an den Nachbarn und Johanna Ruisinger merkte an, dass Holzheim im Regionalplan anderweitig bereits 29 Hektar als Vorranggebiet ausgewiesen hat. Es müsse da schon ein Investor bei den Nachbarn angeklopft haben, und nun solle geprüft werden, welcher Standort sich leichter durchsetzen lässt, wurde gemutmaßt. Trotz klaren Votums aus dem Bürgerentscheid tat man sich schwer, die ablehnende Haltung zum Holzheimer Vorhaben zu begründen.

Von Wilhelm Wagner

Die bisweilen hitzige Diskussion um Verfahrensfragen brachte Günther Oehler mit der Bemerkung, man müsse sich wohl mit der Thematik anfreunden, denn „da werden teilweise Kriege ausgefochten“, auf den Punkt.

Nachdem Dieter Zachs Antrag, alle Holzheimer Standorte abzulehnen komplett durchfiel, entschied man sich gegen die Stimmen von Bürgermeister Leonhard Kandler und Vitus Riedel, die Standorte 1 und 2 abzulehnen.

Mit dem Thema Windkraft ging es unter Tagesordnungspunkt zwei, dem Regionalplan Augsburg, gleich weiter. Jede Gemeinde werde einzeln mit der Thematik konfrontiert, kritisierte Gottfried Denkel. Es fehle ein Gesamtkonzept, wie es in Wien der Fall sei. Dort stünden auf einer Fläche mehrere Hundert Windräder.

Während für einen Teil des Gemeinderates infolge des Bürgerentscheids die gesamte Gemeindefläche als Ausschlussgebiet definiert werden sollte, wies Bauamtsleiter Stefan Wolf auf die dann erforderliche Raumwiderstandsuntersuchung hin. Ansonsten könnte das Baarer Verhalten als Verhinderungsplanung ausgelegt werden. Der Bürgermeister favorisierte dagegen den Weg der Nachbarn: Ein Flächennutzungsplan soll klar festlegen, wo es langgeht. Die Beantwortung des vorliegenden Fragebogens des regionalen Planungsverbandes sorgte im weiteren Verlauf für eine muntere Diskussion, zumal die Räte die Fragen unterschiedlich deuteten. Eine klare Linie brachte erst Dr. Marcus Weichenberger mit seinem Antrag, über jede Frage einzeln abzustimmen, ins Spiel. Die letztlich mehrheitliche Ablehnung der Festlegung von Vorranggebieten hatte allerdings noch eine Klippe zu umschiffen, die da lautete „Begründung“. Mit 7:5 Stimmen wurde der Hinweis auf den negativen Bürgerentscheid als zu schwach abgelehnt, stattdessen sollte ein dreiköpfiges Gremium diese bis zur nächsten Sitzung ausformulieren. Nachdem sowohl Leonhard Kandler als auch sein Stellvertreter Florian Reiter abwinkten, werden Dieter Zach und Johanna Ruisinger, unterstützt von Stefan Wolf, dies übernehmen.



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Veröffentlicht am 18.02.2011 15:50 Uhr




 

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