Baar    

Vor dem Verbrennen gerettet

Baar-Heimpersdorf – Zwei schwer verletzte Personen forderte ein Verkehrsunfall am Donnerstagabend um 20.20 Uhr auf der Staatsstraße 2047 bei Heimpersdorf. Beide betroffenen Autofahrer wurden ins Zentralklinikum Augsburg gebracht. Nach den Erkenntnissen des heutigen Freitags besteht bei keinem der Verletzten akute Lebensgefahr. Der Unfallverursacher verdankt sein Leben offenbar einem Ersthelfer.

<p>Vor dem Verbrennen gerettet </p>

Der 29-jährige Mann war von Osterzhausen in Richtung Baar unterwegs, als er etwa 100 Meter vor der Abzweigung nach Heimpersdorf nach dem Überfahren einer Kuppe aus bislang ungeklärter Ursache nach links auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort krachte sein Alfa Romeo frontal mit dem entgegenkommenden Mini Cooper einer ebenfalls 29-jährigen Frau zusammen. Das Fahrzeug des Verursachers ging sofort in Flammen auf und brannte innerhalb weniger Minuten vollständig aus. Glücklicherweise hatte sich der Mann trotz schwerster Verletzungen zuvor noch teilweise aus dem Wrack befreien können, wobei nach Aussage der Feuerwehrleute vor Ort „einige mutige junge Leute“, die unmittelbar nach dem Zusammenprall an der Unfallstelle angekommen waren, geholfen hatten, die beiden Opfer aus ihren Autos zu bergen.

Wie die AICHACHER ZEITUNG herausfand, gehört auch der 20-jährige Felix Bleyl zu diesen Ersthelfern. Er war mit seinem Auto auf dem Weg nach Baar, als er an der Unfallstelle ankam. Sekunden oder „vielleicht auch ein paar Minuten“ nach dem Zusammenstoß müsse das gewesen sein, doch das eine Auto habe schon gebrannt. Ungefähr zum selben Zeitpunkt seien auch zwei weitere, ihm unbekannte Männer an der Unfallstelle erschienen und ebenfalls sofort ausgestiegen, um zu helfen.

Wie Bleyl schildert sei der Alfa-Fahrer zu diesem Zeitpunkt bereits halb auf der Straße gelegen, und habe offensichtlich versucht, von seinem brennenden Wagen wegzukommen. Wolfgang Pfisterer, Kommandant der Baarer Feuerwehr, berichtet in diesem Zusammenhang von dem, was er vom Rettungsdienst gehört habe. „Der kam nicht richtig weg vom Wagen, weil er offene Brüche an beiden Beinen gehabt hat.“ Bleyl erzählt, dass dann „einer von den beiden anderen Ersthelfern dahin gelaufen ist, und den Mann weg gezogen hat.“ Er selbst habe zusammen mit dem dritten Mann die Frau aus ihrem total zerstörten Mini Cooper geborgen und in sicherer Entfernung zum brennenden Alfa vorsichtig abgelegt.

Seine Gefühle schildern möchte der 20-jährige Bleyl „lieber nicht“ – er habe sich in diesen Momenten auf jeden Fall „nicht so viele Gedanken gemacht“. Er selbst ist Nachwuchsmitglied bei der Baarer Feuerwehr und erlebte den folgenden Einsatz seiner Kollegen diesmal aus ungewohnter Perspektive mit.

Die Personalien der beiden anderen Ersthelfer, Männer zwischen 30 und 40 Jahren, scheinen übrigens unbekannt zu sein – weder die Polizei noch die Feuerwehr konnte gestern mit Namen oder dem Herkunftsort aufwarten. „Die kamen zu mir und haben gesagt, sie würden jetzt gerne heimfahren, weil es ja nix mehr zu tun gäbe“, erzählt Pfisterer, „und ich hab ihnen gesagt, sie sollen sich bei der Polizei melden, falls die sie noch als Zeugen braucht.“ Das scheinen die beiden Unbekannten jedoch nicht getan zu haben.

Zur Klärung der Unfallursache wurde durch die Staatsanwaltschaft Augsburg ein Gutachter eingeschaltet. An den beiden Fahrzeugen entstand ein Gesamtschaden von etwa 10 000 Euro. Die Staatsstraße 2047 war für die Dauer der Unfallaufnahme für mehrere Stunden komplett gesperrt, die Feuerwehr leitete den Verkehr um.

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Veröffentlicht am 18.02.2011 18:33 Uhr




 

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