Baar    

Zuviel Holz vor der Hütt’n

Baar (ad) Das Bauwesen war dominierendes Thema im öffentlichen Teil der Sitzung des Baarer Gemeinderates am Donnerstagabend. Dabei gelang es, die meisten Tagesordnungspunkte zügig und ohne große Diskussionen abzuhandeln.

Mehr Gesprächsbedarf hatte man beim Bauvorhaben von Josef Ruisinger, der am Dürrnberg einen Mastschweinestall für 1000 Tiere mit Futterlager und späterer landwirtschaftlicher Hofstelle errichten will. Diskussionspunkt war die Stellungnahme des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das eine Standortverlegeung etwa 200 Meter weiter östlich empfahl. Dort könnte die sehr wahrscheinliche Aufstockung des Viehbestandes problemlos erfolgen, während am gewählten Standort wegen der Nähe zum Wald eine Umluftwaschanlage nötig ist. Deren Kosten wiederum ließen die Aufstockung unwirtschaftlich werden. „Da legt er sich selbst ein gewaltiges Ei“, meinte Florian Reiter in Bezug auf die Betriebsentwicklung und die Vorschriften der TA-Luft. Mit 7:3 Stimmen (Josef Weinbaur und Kunigunde Ruisinger waren entschuldigt, Johanna Ruisinger und Bürgermeister Leonhard Kandler durften als persönlich Beteiligte nicht abstimmen) entschied man sich, eine Empfehlung zur Standortverlagerung auszusprechen, erteilte aber mit 6:4 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen.

Ohne Gegenstimme entschieden sich die Räte für die Aufstellung einer Ortsrandssatzung und Einbeziehung der Flurnummer 53/2 und folgten damit einem Antrag von Hermann Reichart. Das im Außenbereich gelegene 3798 Quadratmeter große Grundstück hinter der Aichacher Straße kann damit zum Teil überdacht und für die Holzlagerung genutzt werden. Dies ist zwar aktuell bereits der Fall, jedoch hatte das Landratsamt den Rückbau gefordert. Erst nachdem der Antragsteller, der auch sämtliche Kosten übernehmen muss, sich schriftlich mit den Vorschriften der Bauleitplanung einverstanden erklärte, konnte sich die Gemeinde für die Lösung per Ortsrandssatzung entscheiden.

Ein weiterer Holzlagerplatz am Bachweg beschäftigte das Gremium. Hier war die befristete Genehmigung der Überdachung abgelaufen und von der Kreisbehörde moniert worden. Nachdem sich das Grundstück im Außenbereich und zusätzlich im Bereich der Hochwasserrückhaltung befindet, war für Barbara Ruisinger trotz hoher Kosten der Ausgang des Verfahrens unklar. Sie entschied sich deshalb, die Erklärung zur Kostenübernahme nicht zu unterzeichnen, womit die Ortsrandssatzung nicht aufgestellt wird und auch die Änderung des Flächennutzungsplanes nicht nötig ist. Keine Einwände hatte das Gremium anschließend zur Erweiterung des Gewerbegebietes „Am unteren Stein“ in Thierhaupten und auch zum Bauvorhaben von Thomas und Manuela Kähler am Germanenring gab es keine Gegenstimme.

Ein voller Erfolg war im vergangenen Winter der aus einer Privatinitiative entstandene Eislaufplatz in der Riedererstraße. Daran anknüpfend soll es auch im kommenden Winter möglich sein, Eissport zu treiben. Zwar ist man mit den Grundstückseigentümern noch in Verhandlung, doch entschied sich der Gemeinderat für die Übernahme der Materialkosten der Aktion mit 350 Euro. Auf Wunsch werde die Gemeinde auch als Betreiber fungieren, so das Gremium einstimmig. Mehrheitlich entschied man sich anschließend gegen die geforderte Entfernung einer Weide am Bachweg, da die Entfernung des Stockes nicht ohne Schäden an der Fahrbahn vonstatten ginge. Die Räte folgten dem Vorschlag von Dr. Markus Weichenberger, zunächst nur den unteren Ast wegzuschneiden.



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Veröffentlicht am 17.10.2010 17:22 Uhr




 

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