Baar    

Baar geht zu Meitingen

Baar (ad) Die Gemeinde Baar tritt dem zwischen Thierhaupten und Meitingen geschlossenen Kooperationsvertrag in Sachen Mittelschule bei. In einer Sondersitzung am Dienstagabend folgte der Gemeinderat mit seiner 8:3-Stimmen-Entscheidung dem Ergebnis der durchgeführten Bürgerbefragung.

Für mächtig viel Wirbel sorgte im Baarer Gemeinderat die angekündigten Reform der Hauptschulen mit Bildung von Mittelschulen. Nachdem sich der Gemeinderat nicht festlegen wollte, sollte eine Bürgerbefragung die nötige Entscheidungshilfe bringen. Aufgrund Termindrucks wurde deren Ergebnis in einer Sondersitzung am Dienstagabend veröffentlicht und das Thema abschließend behandelt.

Wie brisant der Vorgang ist, ließ sich mit 21 Gästen sowie dem Thierhauptener Schulleiter Herwig Puschner und Konrektor Briegel auf den vollzählig belegten Besucherplätzen ablesen. 409 Fragebogen hatte die Gemeinde nach Aussage von Bürgermeister Leonhard Kandler ausgegeben und weitere sieben auf Anforderung nachgeliefert. 16 Baarer Haushalte hatten sich für Pöttmes als künftigen Partner entschieden und dafür die Sicherung der heimischen Grundschule sowie den Erhalt des Kindergartens angeführt. Das Zusammenrücken innerhalb Verwaltungsgemeinschaft und Landkreis sowie der Umgang der Schüler untereinander und mit Erwachsenen waren die weiteren Argumente. Mit 212 Stimmen entschied sich die Mehrheit für den bisherigen Partner Thierhaupten, der seinerseits einen Kooperationsvertrag mit Thierhaupten geschlossen hat.

Auf 54 Stimmzetteln hatten die Haushalte die Busverbindung, weiterführende Schulen, den angebotenen M-Zug und ebenfalls die Sicherung der Grundschule als Gründe für ihre Entscheidung angeführt. In der knappen Aussprache zum Votum der Bürger kritisierte Johann Riedelsheimer das Ergebnis. Man hätte wohl vergessen wem man die vor 17 Jahren erreichte Selbständigkeit zu verdanken habe. Damals habe Thierhaupten Baar als Partner einer Verwaltungsgemeinschaft nicht gewollt. „Diejenigen, die nun die Hochzeit der Schulen bejubeln läuten den Tod der Grundschule ein“, betonte Riedelsheimer. Während Günther Oehler sich beim Nachbarn gut aufgehoben fühlt fand Josef Weinbaur deutliche Worte. In der gesamten Entscheidungsfindung habe der Gemeinderat versagt, so Weinbaur. Es seien zwar die beiden in Frage kommenden Schulen besichtigt worden, weiter hätte man aber überhaupt nichts getan.

Direkt im Anschluss an die Besuche der beiden Schulen hätte man sich zusammensetzen und die gewonnenen Eindrücke erörtern sollen. Warum das nicht geschah, sei für ihn nicht nachvollziehbar. Auch Bürgermeister Leonhard Kandler begründete sein Abstimmungsverhalten: er habe Angst, daß die Grundschule schneller sterben werde. Aber vielleicht scheitere die Reform doch noch aus Geldmangel. Gegen die Stimmen von Leonhard Kandler, Johann Riedelsheimer und Josef Weinbaur, bei gleichzeitiger Abwesenheit von Florian Reiter und Klaus Grunenberg entschied sich sich das Gremium für einen Anschluss nach Thierhaupten/Meitingen.

Für Diskussionen sorgte schließlich noch der Vertrag und die Auslegung einzelner Paragraphen. Schulleiter Puschner will die Unstimmigkeiten noch klären. Die Abrechnung erfolgt über Thierhaupten wie gehabt gemäß der Kinderzahl.

Abschließend gab es noch Informationen zum Sachstand der Ortsdurchfahrt Heimpersdorf. Die Ausschreibungsunterlagen wurden versandt, die Subission ist für den 17. Mai, 11 Uhr vorgesehen, sodass in der nächsten Sitzung am 20. Mai die Auftragsvergabe erfolgen kann.

Informativ teilte Gottfried Denkel mit, dass der bunte Abend mit den Gästen aus Ungarn auf den Sonntag verschoben wird.

Von Wilhelm Wagner



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Veröffentlicht am 12.05.2010 15:34 Uhr




 

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