Augsburg    

"Hemmungslose Gewaltorgie"

Augsburg - Wegen versuchten Mordes stehen in Augsburg seit Montag sieben Männer vor dem Landgericht. Sie sollen auf drei wehrlose Passanten, darunter auch eine Frau, losgegangen sein, aus Frust, weil sie zuvor aus einer Kneipe in der Innenstadt geworfen wurden. Zu siebt sollen sie auf ihre bereits am Boden liegenden Opfer eingeschlagen und eingetreten haben. Die Staatsanwaltschaft spricht in der Anklage von einer "hemmungslosen Gewaltorgie". Gestern haben sich einige der Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert.


Mit sieben Angeklagten, acht Verteidigern und mehreren Dolmetschern ist es ungewöhnlich eng auf der Anklagebank. Die Männer, die alle aus demselben Dorf in Rumänien stammen, sollen der Anklage zufolge in jener Samstagnacht im Februar 2018 in einer Bar in der Augsburger Innenstadt gefeiert haben. Einer der Angeklagten sei schließlich mit einem weiteren Gast aneinander geraten. Die Auseinandersetzung wurde handgreiflich und das Sicherheitspersonal verwies daraufhin alle Sieben der Bar. Weil die Männer sich das nicht gefallen lassen wollten, hätten mehrere von ihnen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes attackiert und ihn zu Boden gedrückt, woraufhin er mit dem Kopf gegen eine Türkante prallte. Die Männer hätten ihm anschließend mehrere Schläge gegen den Hinterkopf und den Rücken versetzt.
Als sie die Männer nach draußen befördert hatten, verschlossen die Sicherheitsmitarbeiter die Tür. Die Angeklagten hätten daraufhin geplant, ihren Frust über den Rauswurf "ungebremst und durch massivste Gewaltanwendung abzureagieren", so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Sie hätten es sich gezielt zunutze gemacht, "dass ein überraschender Angriff auf Passanten ihnen ein wehrloses Opfer bescheren würde, welches als dankbare Zielscheibe für ihre hemmungslose Gewaltorgie, die ein Töten des Opfers miteinschloss, fungieren sollte".


Von Kristin Deibl


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 12.01.2019 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief