Augsburg    

Brutal oder berechtigt?

Augsburg - Ein Vorfall in der Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth hat im März dieses Jahres überregional für Schlagzeilen gesorgt. Mehrere Asylbewerber hätten versucht, die Abschiebung eines gambischen Flüchtlings zu verhindern. Kurz darauf nahmen die Beamten 32 Gambier aus der Einrichtung fest. Zwei von ihnen haben gegen ihren Strafbefehl Widerspruch eingelegt und standen gestern wegen Landfriedensbruchs vor dem Augsburger Amtsgericht. Der Augsburger Flüchtlingsrat indessen, der den Vorfall in Donauwörth als "Auftakt zu einer ganzen Reihe von anlasslosen Polizeieinsätzen gegen Geflüchtete" ansieht, hatte zu einer Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude eingeladen.

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"Massenlager und Ankerzentren scheinen immer mehr zum rechtsfreien Raum zu werden", prangert ein Redner auf der Kundgebung vor dem Amtsgericht an. Andere Teilnehmer verteilen unterdessen Flyer an Passanten, um über den Zweck der Demonstration zu informieren. Darauf ist von einer "brutalen Polizeirazzia" zu lesen, die der Vorfall in der Donauwörther Erstaufnahmeeinrichtung zur Folge gehabt hätte. "Rund 200 voll bewaffnete Beamte, darunter Bereitschaftspolizei, drangen mit Hunden in das Lager ein. 32 gambische Geflüchtete wurden mit massiver Brutalität inhaftiert", heißt es weiter. Dass die Razzia der Polizisten sich ausschließlich gegen Gambier gerichtet habe, sei "ein offensichtlicher Akt des institutionellen Rassismus". Die Teilnehmer der Kundgebung erheben massive Vorwürfe gegen die Polizei, kritisieren die Asylpolitik der CSU und fordern dezentrale Unterbringung für Flüchtlinge und ein Bleiberecht für alle.


Von Kristin Deibl


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Veröffentlicht am 11.11.2018 23:00 Uhr




 

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