Augsburg    

Prosit und Protest

Augsburg - Vier Männer gehen am Holzzaun des Augsburger Plärrers entlang. Unzufriedenheit zeichnet ihre Gesichter, sie hatten sich offenbar mehr vom Abend erwartet. Aus Sicht des Quartetts Schuld daran: eine Fehlinformation in den Medien. "Wo issa jetzt, da Hubschrauber?", zürnt einer. "I sig koan", entgegnet einer seiner Kumpel, während die Gruppe ins Dunkel verschwindet.

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Freilich landete der Hubschrauber der Bundeskanzlerin nicht spektakulär vor dem Schallerzelt zwischen den Resten des soeben zu Ende gegangenen Plärrers. Der rund 40-minütige Auftritt Angela Merkels auf einer Wahlkampfveranstaltung der CSU ging aber letztlich auch ohne Heli-Landung oder eine sich abseilende Kanzlerin mit einer Menge Aufregung einher.
Bereits lange vor Merkels Rede drängen sich Menschen in Richtung der Eingänge, wie man es vom Münchner Oktoberfest, weniger vom Augsburger Plärrer kennt. Von 4000 Besuchern wird die CSU später sprechen. 2300 finden einen Platz im Zelt. "Einlass-Stopp", verkündet ein Ordner bereits eine Stunde vor der Kanzlerinnenansprache. Davon betroffen ist selbst Augsburgs Finanzbürgermeisterin Eva Weber, die sich in der Schlange anstellt. Landrat Martin Sailer zückt etwas bedröppelt dreinschauend umgehend das Smartphone.
Im Regen bringen sich derweil Polizeitruppen in Stellung, die beiden Späher auf dem Dach des nahen Fitnessstudios werden umtriebig. Vor dem Zelt positionieren sich zudem rund 30 Männer und Frauen in hellgrünen Jacken, halten modifizierte Verkehrsschilder hoch und einen prallen Ballon. "Diesel, Gesundheitsgefahr" und "Verkehrswende, jetzt", prangen darauf. So stehen sie Spalier für die von vier Polizeimotorrädern begleitete Fahrzeugkolonne der Kanzlerin.

Von David Libossek
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Veröffentlicht am 17.09.2017 23:00 Uhr




 

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