Augsburg    

Liebenswerte Ecken

Augsburg - Bei Augsburg denkt jeder zuerst an Puppenkiste und neuerdings auch an den FCA, bei Augsburger Geschichte an die Römer, die Fugger und die Welser, vielleicht noch an den Religionsfrieden und Bert Brecht. Die vielschichtige Geschichte der Stadtteile - zu der in Oberhausen der wohl beste Fußballer in der Geschichte der Stadt, Helmut Haller, und der Komponist Werner Egk gehören - geht dabei meistens unter. Eine lokale Initiative will diese Vergangenheit nun erforschen; mit wenig Förderung und geringen finanziellen Möglichkeiten. Ihr Motor heißt Marianne Schuber.

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Was von Oberhausens Historie bislang bekannt ist, ist, dass sie bis zu den Römern zurückreicht, die hier ein Lager unterhielten. Im Dreißigjährigen Krieg spielte das Dorf eine wichtige Rolle im Kampf um die Stadt Augsburg. Im 18. Jahrhundert folgte eine massive Zuwanderungswelle von Protestanten aus dem Bereich Salzburg. Oberhausen entwickelte sich vom Bauern- und Handwerker- zum "Fabrikarbeiterdorf" für die in der Stadt entstehende Textil- und Metallindustrie. Die Viertel Links und Rechts der Wertach wurden zu Zentren der Arbeiterbewegung.
Das "Museumsstüble" am Ende der Zollernstraße: Unscheinbar von Außen, drinnen voll mit Schränken, überall hängen Bilder und stehen Ausstellungsstücke. An einem Tisch sitzt Marianne Schuber mit ihren vier Forschungskollegen. "Wir können nur einen kleinen Teil der Dinge zeigen, die wir haben", erzählt sie. Schuber ist frühere Rektorin einer speziellen Schule für Blinde und Sehbehinderte, nun führt sie die Gruppe an. "Das Museumsstüble ist quasi die gesammelte Erinnerung Oberhausens", sagt Schuber, deren Buch "Geschichten aus dem alten Oberhausen" quasi das Standardwerk zur Geschichte des Stadtteils ist. Momentan bereitet sie eine Neuauflage vor.


Von Hans Blöchl


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Veröffentlicht am 15.01.2017 23:00 Uhr




 

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