Altomünster    

Der erste Bürgerantrag in Altomünster

Altomünster - Es gibt ihn immerhin schon seit 1999, den Bürgerantrag in der Gemeindeordnung des Freistaats Bayern. Und doch hat sich in 20 Jahren noch nie eine Gruppe von Einwohnern der Marktgemeinde Altomünster gefunden, um dem Gemeinderat ein gemeinsames Anliegen zur Abstimmung vorzulegen. Insofern geschah am Dienstagabend Historisches, als das Ortsparlament erstmals über die Zulässigkeit eines Bürgerantrags in Sachen des Neubaugebiets am Sandgrubenfeld zu befinden hatte.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Der Antrag von 125 Bürgern passierte diese Hürde problemlos. Am Dienstag, 19. Februar, wird ihr Anliegen vom Marktgemeinderat behandelt. Der Sandgruben-Nachbar Alto Weigl war es, der im November die Problematik des Baugebiets auf der Bürgerversammlung im Maierbräu ansprach: Die 45 neuen Wohneinheiten, die auf einem rund 30 000 Quadratmeter großen Areal entstehen sollen, werden eine Menge Verkehr verursachen - nicht nur durch die Anwohner, sondern auch durch Lieferanten.
Laut dem aktuellen Bebauungsplan wird das Gebiet über zwei neue Straßen erschlossen, die beide auf die Ringstraße "Am Sandgrubenfeld" führen. Weigl warb schon auf der Bürgerversammlung für alternative Lösungen, zum Beispiel für eine Verbindungsstraße nach Schauerschorn, und kündigte zudem einen Bürgerantrag an.
Der ging tatsächlich am 24. November im Rathaus ein, wie Amtsleiter Christian Richter am Dienstagabend berichtete. "Ein Bürgerantrag ist Neuland für uns, wir mussten uns erst einmal sachkundig machen", setzte Bürgermeister Anton Kerle hinzu.
Richter stellte fest: "Der Antrag war von 125 Personen unterschrieben, von denen wir 108 Unterschriften als gültig gewertet haben. Schon 80 Unterschriften hätten gereicht. Auch die weiteren Formalien eines Bürgerantrags seien erfüllt worden, so Richter weiter. Die Sandgrubenfeld-Anwohner wünschen sich dringend eine alternative zusätzliche Zufahrt - mithin eine, die nicht über ihre Straße führt. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass es dafür nur zwei Möglichkeiten gibt: eine Anbindung Richtung Westen an die Straße nach Schauerschorn oder eine Zufahrtsstraße zum nördlich gelegenen Euphemiaweg. Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 19.12.2018 23:00 Uhr




 

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