Altomünster    

Schnell beim Patienten

Altomünster - "Wir sind dazu da, den Menschen zu helfen. Es kann ja nicht sein, dass wir dabei selber Hilfe brauchen, weil unser Auto kaputt geht", bringt es Josef Widmann auf den Punkt. Die Helfer-vor-Ort in Altomünster fahren mit einem ziemlich alten VW Golf zu ihren Einsätzen. Ein neues Auto war deshalb dringend nötig. Nun ist es angeschafft und wird wohl Anfang 2019 in den Einsatz gehen. Dabei geholfen hat auch die Aichacher Stiftung "Bürger helfen Bürgern".


Die Helfer-vor-Ort (HvO) sind eine Einrichtung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Die HvO überbrücken die Zeit zwischen Auftreten eines Notfalls und dem Eintreffen des Rettungsdienstes. "Wir sind aber auch da, wenn mal zwei Notfälle gleichzeitig sind", erklärt Bereitschaftsleiter Benedikt Jung.
Die HvO erreichen ihre Einsatzorte schnell, in der Regel fünf Minuten nach dem Alarm. Bei vielen Notfällen ist bekanntlich gerade schnelle Hilfe entscheidend, etwa bei einem Herzstillstand. Dann sind die HvO die Ersten, die beispielsweise mit Defibrillator und Herzmassage lebensrettende Sekunden und Minuten herausholen. "Gerade in Altomünster, am Schnittpunkt zweier Landkreise, ist das wichtig", betonen Jung und Widmann.
Seit der Gründung der HvO im Jahr 2004 haben sie über 3000 Menschen geholfen, in einem relativ großen Gebiet, das die Marktgemeinde Altomünster und Kleinberghofen umfasst.
Mobilität ist für die HvO also ganz entscheidend. Die war mit dem alten Fahrzeug aber nicht mehr gewährleistet. Allerdings: Ein geeignetes neues Fahrzeug ist teuer, und die Helfer vor Ort sind allesamt nicht nur ehrenamtlich tätig, sondern auch komplett auf Spenden angewiesen.
Um die Finanzierung der großen Summe zu stemmen, hat man in Altomünster einen Förderverein gegründet. Zweiter Bürgermeister Josef Widmann ist Vorsitzender, was unterstreicht, dass die Gemeinde ein großes Interesse an einem einsatzbereiten HvO-Team hat. Bei den Bürgern kommt die Einrichtung gut an, sie erkennen, wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen ist. So haben denn auch viele Altomünsterer gespendet, dazu kamen größere Beträge beispielsweise von den Banken, aber auch von der Gemeinde und anderen Einrichtungen. Mit 3000 Euro war auch die Aichacher Bürgerstiftung dabei, versteht sie sich doch als Einrichtung für den gesamten Altlandkreis Aichach, wozu Altomünster gehört.
Aber auch wenn das neue Auto nun angeschafft ist: Nachdem alles über Spenden finanziert wird, ist den HvO und dem Förderverein auch weiterhin jeder Euro, den sie bekommen, willkommen. Ohne Frage ist es gut angelegtes Geld. Denn jeder kann schon Morgen auf die Hilfe der Helfer vor Ort angewiesen sein.

Von Dr. Berndt Herrmann
 
Zufrieden mit den Spenden


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Veröffentlicht am 25.12.2018 12:19 Uhr




 

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