Altomünster    

Überraschung am Vogelgarten

Altomünster - Als die Altomünsterer Bauamtsleiterin Michaela Felber am Dienstagabend den Beamer anschaltete und die neuen Pläne für die Bebauung auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei Am Vogelgarten auf die Leinwände im Sitzungssaal des Rathauses warf, war die Überraschung bei den rund ein Dutzend Zuschauern und den Mitgliedern des Bauausschusses groß: Denn auf dem Plan waren nur drei Gebäude eingezeichnet.

Noch größer wurden die Augen der Beobachter, als Felber erläuterte, dass es sich dabei um zwei Doppelhäuser und ein Sechsfamilienhaus handelt - mithin um zehn Wohneinheiten. Noch im Sommer hatte der Bauherr - die Volksbank Raiffeisenbank Dachau - dort 35 Wohneinheiten errichten wollen, verteilt auf mehrere Geschosswohnungsbauten. Die Anwohner liefen damals Sturm, manche wegen der Höhe der Gebäude samt ihres Schattenwurfs, andere wegen eventueller chaotischer Straßenverkehrsverhältnisse in der kleinen Stichstraße Am Vogelgarten. Die Bank hatte daraufhin die Pläne zurückgezogen und eine Überarbeitung versprochen. "Die erste Bauplanung erfolgte in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung nach geltendem Baurecht. Ziel war, bezahlbaren Wohnraum für Facharbeiter in Altomünster zu schaffen", erklärte die Bank auf eine Anfrage unserer Zeitung. Den "erheblichen Anwohnerprotest" habe sie zum Anlass genommen, die "Planung zu verändern und eine leichtere Bebauung vorzusehen. Am Dienstag wurden die neuen Pläne im Bauausschuss vorgestellt, im Rahmen eines Vorbescheidantrags. Mit einem Vorbescheid kann ein Bauherr die Zulässigkeit seines Vorhabens prüfen lassen; die Antwort, die er von den zuständigen Behörden erhält, ist rechtsverbindlich und gibt einem Bauherrn die Sicherheit, seine Planungen realisieren zu können. Die zuständige Behörde ist das Landratsamt Dachau. Wie aus einer Anmerkung von Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle zu entnehmen war, hat sich das Amt wohl schon mit dem Antrag auseinander gesetzt. Der Bauausschuss hatte an den Plänen nichts auszusetzen. Die Doppelhäuser (Erdgeschoss plus Dachgeschoss) sollen auf einer Grundfläche von zehn auf 16 Metern errichtet werden, mit einer Traufhöhe von vier Metern und einer Firsthöhe von neun Metern. Das Sechsfamilienhaus (Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachgeschoss) entsteht auf einer Fläche von elf Meter auf 16 Meter, mit einer Traufhöhe von 6,20 Metern und einer Firsthöhe von 11,20 Metern.
Die drei Gebäude werden hintereinander in den Westteil des ehemaligen Gärtnerei-Areals gebaut, dort, wo jetzt noch die alten Glashäuser stehen. Das Mehrfamilienhaus wird dabei an die Straße gesetzt, die Doppelhäuser folgen dahinter. Der bisherige Stadel im Nordosten des Grundstücks soll in ein Garagengebäude für vier Fahrzeuge umgewandelt werden. Außerdem sind neben jedem Haus Stellflächen für jeweils drei Autos vorgesehen. Ob die Fläche südlich des Stadels - auf der ehedem ebenfalls ein Gewächshaus stand - zu einem späteren Zeitpunkt bebaut wird, ist offen. "Uns liegen zurzeit keine Pläne vor", betonte Felber. Nach einer halbstündigen Diskussion erteilte das Gremium sein Einvernehmen zu den Plänen, mit der Einschränkung, dass die Oberflächenwasser-Situation geklärt werden muss. Die Pläne werden nun vom Landratsamt geprüft. Wie lange das dauert, ist offen. Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 12.12.2018 23:00 Uhr




 

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