Altomünster    

Leiser arbeiten

Altomünster - Das neue Altomünsterer Gewerbegebiet "Falteräcker" an der Stumpfenbacher Straße trifft auf unerwartete Schwierigkeiten. Das wurde in der Bauausschuss-Sitzung am Dienstagabend klar. Der Diplom-Physiker Wolfgang Fabian von der Freisinger C. Hentschel Consult stellte dem Gremium ein neues Schallschutzgutachten vor, das er im Auftrag der Kommune erarbeitet hat. Sein Fazit: Auf den neuen Flächen, die rund 3,9 Hektar umfassen, muss deutlich leiser gearbeitet werden als bisher angenommen.

Es war schon die zweite Studie, die der Projektingenieur im Auftrag der Gemeinde verfasst hatte; vor zwei Jahren stellte er eine erste Untersuchung vor. Die Überarbeitung war notwendig geworden, weil sich laut Fabian herausgestellt hat, dass die Betriebe des südlich angrenzenden Gewerbeparks Altomünster das bestehende Lärmkontingent komplett ausgeschöpft haben. Das hat Konsequenzen für die neuen Flächen. Insbesondere für die sechs (von 16) Parzellen, die im Norden an die dort bestehende Mischbebauung heranrücken und die im Westen an die Ruppertskirchner Straße angrenzen.
Der Schallschutz-Experte sieht Schwierigkeiten, wenn sich hier Betriebe mit hohen Schallemissionen ansiedeln, zum Beispiel mit starkem Lastwagen-Verkehr oder lauten Maschinen. In seinem Gutachten setzt er als Schallimmissions-Grenzwerte 51 bis 52 Dezibel am Tag und 36 bis 37 Dezibel in der Nacht an.
Zum Vergleich: Einige bestehende Betriebe im Süden dürfen bis zu 65 Dezibel am Tag und 50 Dezibel in der Nacht emittieren - die Höchstwerte für Gewerbegebiete laut Bundes-Immissionsschutzgesetz. In Mischgebieten mit Wohnungen und Betrieben gestattet der Gesetzgeber tagsüber 60 Dezibel und nachts 45 Dezibel.
Mit anderen Worten: Im Gewerbegebiet "Falteräcker" darf weniger Lärm gemacht werden als im Gewerbepark Altomünster. Oder es müssen besondere Schallschutzmaßnahmen ergriffen werden. Generell schlägt Fabian vor, dass die Zufahrt zu allen Betrieben über die Ringstraße erfolgt, die im Inneren des Areals geplant ist - sie ist nur über die Stumpfenbacher Straße erreichbar, nicht über die Ruppertskirchner Straße.
Gemeinderat Roland Schweiger (CSU) brachte Schallschutzmauern auf der Nordseite ins Gespräch, entweder individuell von jedem betroffenen Betrieb erbaut oder gegebenenfalls von allen gemeinsam. Fabian hält eine durchgehende Mauer für wirksamer. Johannes Öttl (FWG) fragte nach den Kosten einer Schallschutzwand. Fabian gab als Richtwert 1000 Euro pro Quadratmeter an - bei einer vier Meter hohen und 130 Meter langen Wand, auf die sich die vier nördlichen Parzellen in etwa addieren, belaufen sich die Kosten demnach auf rund 520 000 Euro.
Ein konkreter Beschluss wurde nicht gefasst, außer dass die neuen Erkenntnisse in der Neufassung des Bebauungsplans berücksichtigt werden müssten.

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 11.07.2018 23:00 Uhr




 

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