Aindling    

Streitthema Marktzentrum

Aindling - Wichtigster Tagesordnungspunkt für den Aindlinger Gemeinderat bei der Sitzung am Dienstag war der Bebauungsplan für das Marktzentrum. Zwei Nachbarn haben Anfang vergangenen Jahres die Einleitung eines Normenkontrollverfahrens beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof beantragt. Nun kam es zu weiteren Änderungen am Bebauungsplan.


Das Bauvorhaben - ein 13 Meter hohes, vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus - schöpft den gesetzlichen Rahmen hinsichtlich der Abstandsflächen, des Immissionsschutzes und der Höhen nahezu aus. Im August sollte ein Gespräch zwischen Investor, Rechtsanwalt, Schallgutachter und Architekturbüro einen Überblick über nötige Änderungen verschaffen. Man kam zu dem Ergebnis, dass der Bebauungsplan zwar nachgebessert werden müsse, dann aber Aussicht auf Rechtsgültigkeit habe.
Die Architektin hat den Bebauungsplan ergänzt und geändert, ein zusätzliches Lärmschutzgutachten liegt mittlerweile vor. Bürgermeister Zinnecker stellte den überarbeiteten Bebauungsplan jetzt vor. Er wurde mit vier Gegenstimmen durchgewunken.
Zum einen wird befürchtet, dass die im Bebauungsplan angegebene Grundflächenzahl (GRZ; gibt an, zu welchem Teil die Grundstücksfläche bebaut werden darf) von 0,95 überschritten werde. Dies wurde erneut geprüft und soll auch unter Berücksichtigung der Vollversiegelung nicht passieren. Zum anderen wurde der Ausgleich durch Grünflächen gefordert bei Überschreitung der GRZ und der Geschossflächenzahl (GFZ). Auch das wurde nun explizit im Bebauungsplan dargestellt.
Ein weiteres großes Thema in Sachen Marktplatz ist die befürchtete Lärm- und Verkehrsbelästigung der Anwohner. Der kritische oberirdische Besucherparkplatz wurde verlegt, die Schließzeiten der Geschäfte auf 21.45 Uhr festgeschrieben. Ab 22 Uhr erfolgt somit kein Besucherverkehr mehr. Lärmschutzwände von insgesamt zwei Metern Höhe und 15 Metern Länge sollen in Absprache mit den Anwohnern angebracht werden.
Auch die Abstandsflächen im Osten sind ein Streitthema. Bürgermeister Tomas Zinnecker kann sich allerdings vorstellen, dass das Gericht hier eine Ausnahme machen wird, wenn es erst einmal zu einem Ortstermin käme. Zweite Bürgermeisterin Gertrud Hitzler machte deutlich, dass das Bauvorhaben eine "Belebung des Marktplatzes" darstellen werde. Josef Settele (Parteilose) gab zu verstehen, dass er trotz Bauchschmerzen zustimmen werde, damit es weitergehe.
Das Marktzentrum war auch Thema in der gestrigen Aindlinger Bürgerversammlung. Zinnecker machte klar, es sei keineswegs gestorben. Er hoffe auf eine baldige Gerichtsentscheidung, damit der Bauantrag zügig weiterbearbeitet werden könne. Ein ausführlicher Bericht zur Bürgerversammlung folgt.

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 14.05.2015 00:01 Uhr




 

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