Aindling    

Zwölf Millionen: Schule wird fast doppelt so teuer

Aindling - Deutlich höher als bislang angenommen werden die Kosten für die Generalsanierung und Erweiterung der Aindlinger Mittelschule ausfallen. Das steht seit der jüngsten Schulverbandsversammlung am Donnerstagabend fest, bei der Architekt Harald Tiefenbacher sowohl die aktuellen Planungen als auch die neueste Kostenberechnung vorgestellt hat. Die Mitglieder des Gremiums machten allesamt große Augen, als sie die neuen Beträge vernahmen. Statt 6,6 Millionen Euro wird nun mit mindestens 9,07 Millionen Euro gerechnet, bei einer Vollsanierung des bestehenden Gebäudes sogar mit 11,93 Millionen Euro.

plan-mittelschule-aindling

Die Bürgermeister der Gemeinden Aindling (Tomas Zinnecker), Petersdorf (Dietrich Binder), Todtenweis (Konrad Carl), Affing (Markus Winklhofer) und Rehling (Alfred Rappel) - allesamt Mitglieder des Schulverbands - mussten sich nach der Präsentation kurz sammeln, bevor sie ihre Fragen an den Fachmann formulieren konnten.
Grund waren die nicht unerheblichen Mehrkosten im Vergleich zu den ersten Schätzungen, die von einem anderen Planungsbüro im August 2018 aufgestellt wurden. Diese beliefen sich auf rund 6,6 Millionen Euro. Darin enthalten war die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes sowie ein Anbau. Nicht mit einkalkuliert aber wurde die Sanierung der Turn- und Schwimmhalle, die immerhin mit 622 368 Euro zu Buche schlägt. Hinzugekommen ist eine fünfprozentige Preissteigerung und vor allem Brandschutzmaßnahmen, die letztlich den Preis für die Sanierung ziemlich in die Höhe treiben.
Fest steht, dass an das jetzige Schulhaus im südlichen Bereich angebaut und das rund 40 Jahre alte Gebäude beibehalten und saniert wird. Im Neubau sollen sich nur Klassenzimmer befinden, im Altbau alles andere (Räume für die offene Ganztagesbetreuung, Lehrerzimmer, etc.). Eine Aufstockung auf das alte Schulhaus, die ebenfalls zur Disposition stand, sei aus statischen Gründen nicht möglich, erklärte Harald Tiefenbacher vom Augsburger Architekturbüro Endres + Tiefenbacher. Die nun errechneten Mehrkosten beziehen sich vor allem auf die Sanierungsarbeiten - "das ist immer ein Teufelsgeschäft", sagte Aindlings Bürgermeister Tomas Zinnecker. "Hier wurde ursprünglich einiges einfach nicht eingeplant. Von daher ist das Ganze nicht direkt teurer geworden, sondern lediglich mehr", befand Zinnecker. Dass seine Kollegen angesichts der neuen Situation leicht schockiert waren, konnte er gut verstehen. Für das Vorhaben ist mit einer Förderung von rund 50 Prozent zu rechnen. Bei diesem Satz schlüge die Vollsanierung samt Neubau mit 6,37 Millionen Euro zu Buche. Auf die Mitgliedsgemeinden entfielen im Einzelnen: Affing (2,37 Millionen Euro) Aindling (2,14 Million Euro), Rehling (eine Million Euro), Todtenweis (467 000 Euro) und Petersdorf (403 000 Euro). "Den dicken Leitzordner" (Tiefenbacher) mit allen Unterlagen rund um die Mittelschule wird das Planungsbüro in etwa drei Wochen an die Regierung von Schwaben übergeben. Danach dürfte der genaue Fördersatz feststehen. Baubeginn soll im März 2020 sein, mit einer Fertigstellung ist zum Schuljahresbeginn im September 2022 zu rechnen. Dann sollen 15 Klassen untergebracht werden, derzeit sind es 13.

Von Tanja Marsal


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 23.11.2018 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief