Aichach    

Windräder in Blumenthal: Bürger können sich beteiligen

Aichach - "Unser Projekt wird umgesetzt". Mit klaren Worten eröffneten Florian und Martin Bichler, die beiden Geschäftsführer der Energiebauern, ihre Pressekonferenz zum Projekt "Windräder im Blumenthaler Forst". Dass inzwischen gegen alle sechs Anlagen Klagen eingereicht wurden, sehe man sehr gelassen. Der Baustart ist - mit einem genehmigten "Sofortvollzug" im Rücken - erfolgt (siehe eigenen Bericht), inzwischen hat man sich zudem entschieden, eine Bürgerbeteiligung zu ermöglichen.

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Und zwar als "Vollversion", wie das Brüderpaar betonte. Gemeint ist damit, dass man keine klassische Darlehenslösung anvisiert, die einbezahlte Gelder für einen bestimmten Zeitraum verzinst und anschließend wieder an die privaten "Darlehensgeber" zurückfließen lässt. Interessenten können sich vielmehr direkt an den Betreibergesellschaften beteiligen. Man erwirbt quasi Anteile, deren Wert langfristig an den Erfolg des Projektes gekoppelt ist - was in der Konsequenz natürlich auch das Haftungsrisiko in Höhe der geleisteten Einlage beinhaltet. Aus Sicht von Florian und Martin Bichler das sinnvollste Modell einer echten Bürgerbeteiligung. Dass die Energiebauern vom Erfolg überzeugt sind, belegt die Tatsache, dass sie die Windräder unabhängig vom Interesse aus der Bürgerschaft anpacken und schon jetzt die Zwischenfinanzierung sichern.
Drei Betreibergesellschaften wurden inzwischen gegründet. Drei Windräder gehören zur Windkraft Blumenthal GmbH & Co. KG, zwei zum Sielenbacher Pendant, eines zur Windkraft Dasing GmbH & Co. KG. Eine Aufteilung, die sich an den jeweiligen Flurstandorten der Anlagen orientiert und nach den Worten Bichlers mehrere Vorteile hat. Nebst der klaren Zuteilung der künftigen Gewerbesteuer an die drei Kommunen, könne so die Investitionssumme von insgesamt 28 Millionen Euro gesplittet werden. Das ermögliche die Beteiligung regionaler Banken an der Finanzierung. Man wolle nicht nur Regionalität predigen, sondern auch umsetzen. Entsprechend habe man die moralische Verpflichtung gesehen, die Bürgerbeteiligung auf Einwohner aus den drei Kommunen zu beschränken. Zudem gehe es nicht um einige wenige Großinvestoren, sondern um ein möglichst breites Feld. Wie hoch denn die Minimal- beziehungsweise Maximalsummen sind, das konnten Florian und Martin Bichler noch nicht beantworten. Für Details der Modalitäten sei es noch zu früh. Erst wolle man das generelle Interesse ausloten und sich im Anschluss mit den Bewerbern zusammensetzen. Entsprechend zurückhaltend gaben sich die beiden Geschäftsführer, was die möglichen Renditen anbelangt. Dazu werde man sich konkret äußern, sobald das Modell fest stehe. "Es wird aber niemand enttäuscht sein", kündigte Florian Bichler an.
Ab dem heutigen Montag wollen die Energiebauern auf der Website www.energiebauern.com ein Formular bereitstellen. Dort könne man ohne jegliche Verpflichtung sein grundsätzliches Interesse bekunden und die eventuell angedachte Beteiligungssumme eintragen. Das gelte auch für die drei Kommunen. Dort liegen bekanntlich Anträge der Windrad-Gegner auf dem Tisch, die im Vorfeld einer Beteiligung eigene Wirtschaftlichkeitsberechnungen einfordern. Anfragen sind auch per Mail an beteiligung@energiebauern.com möglich. Bis Ende des Jahres werden die Anfragen gesammelt, dann ausgewertet. Etwa im Februar werde man sich für ein Modell entscheiden und die Interessenten entsprechend informieren.

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 02.11.2014 23:04 Uhr




 

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