Aichach    

Vorstoß für gelbe Tonne

Aichach – Holen oder bringen? An dieser Frage scheiden sich noch immer die Geister, wenn es um Wertstoffe geht. Derzeit bringen die Menschen im Wittelsbacher Land ihre Aludosen, Plastikbecher und Tetrapaks zu den Sammelstellen. Immer wieder aber wird die Forderung laut, auf eine gelbe Tonne umzustellen, die zu Hause abgeholt wird. Jetzt hat sich der Kreisverband der Jungen Union in diese Diskussion eingeschaltet: Er will abwarten, ob der neue Kreistag eine entsprechende Weichenstellung vornimmt und wenn nicht, einen Bürgerentscheid auf den Weg bringen.

<p>Vorstoß für gelbe Tonne </p>

Einen solchen Bürgerentscheid hat es bereits im Jahr 2005 gegeben. Damals hat sich eine Mehrheit von rund 56 Prozent der Wähler für das Bringsystem und damit für die Wertstoffsammelstellen entschieden. Knapp zehn Jahre später könnte dieses Votum anders ausfallen. Das Für und Wider gelbe Tonne ist bekannt, allerdings wird der Anteil der Landkreise in Bayern immer kleiner, der noch am Bringsystem festhält. Weniger als 20 der 96 Kreise und Städte setzen das noch in die Tat um. Zuletzt hat nach dem Landkreis und der Stadt Augsburg und dem Landkreis Dachau auch Neuburg-Schrobenhausen auf Abholung umgestellt.

Nachdem sich Johannes Grabler aus Aulzhausen seit Monaten verstärkt um Aufmerksamkeit für das Thema gelbe Tonne bemüht und im Kommunalwahlkampf die Politiker entsprechend befragt hat, beackert jetzt auch der Kreisverband der Jungen Union das Feld. Mit der gelben Tonne könne man mehrere Probleme des jetzigen Bringsystems lösen, heißt es in einer Pressemitteilung: Erstens würden sich Fahrten zum Wertstoffhof drastisch reduzieren. Dies sei nicht nur aus Bürgersicht positiv, sondern auch aus Umweltsicht. Die Summe des Spritverbrauchs der Autos, die wöchentlich zum Wertstoffhof fahren, übersteige den Verbrauch eines modernen Müllautos bei weitem. Dieser Meinung ist JU-Vorstandsmitglied Martin Manhart. Zweitens: Das aufwendige Sortieren entfällt; alles, was einen grünen Punkt trägt, wandert in die gelbe Tonne. Das Sortieren und Lagern sei vor allem in Mehrfamilienhäusern ein Problem.

Weiter hoffen die JU-Mitglieder, dass durch das „bürgerfreundlichere Angebot“ auch mehr Wertstoffe erfasst würden und damit die Recyclingquote des Landkreises steigt. Die JU hat in ihrem Gesamtkonzept auch die Möglichkeit eines gelben Sacks im Bringsystem statt der gelben Tonne im Holsystem berücksichtigt. Damit solle gewährleistet werden, dass die gut funktionierenden Wertstoffhöfe im Landkreis weiterhin ausgelastet sind. Den ausführlichen Bericht finden Sie in der Aichacher Zeitung.

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Veröffentlicht am 05.12.2014 22:00 Uhr




 

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