Aichach    

Novas Bad und Kunst in der Fabrik

Aichach (roe) Die 32-jährige Kunststudentin Isabel Ritter aus Pirmasens ist die Trägerin des mit 2500 Euro dotierten Aichacher Kunstpreises 2010. Gestern Nachmittag gab Bürgermeister Klaus Habermann im Namen der Jury, der Stadtsparkasse und des Kunstvereins vor zahlreichen Ehrengästen die Entscheidung bekannt.

<p>Novas Bad und Kunst in der Fabrik </p>

„Kunst regt an, Kunst regt auf“, hatte Birgit Cischek, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, zuvor erklärt und als Jurymitglied schon angedeutet, dass für den inzwischen bereits 17. Kunstpreis keine alltäglichen Arbeiten eingereicht worden seien. Dies sei wohl dem ungewöhnlichen Ausstellungsort geschuldet. Dort, wo einst Leder verarbeitet wurde, haben insgesamt 27 aus 150 Bewerbern ausgewählte Künstler ihre mitunter gewagten Skulpturen, Installationen und Objekte aufgebaut. Von „Kunst in der Fabrik“ sprach Habermann, der sich stolz über die besondere Mischung von Tradition und Moderne zeigte, die den Aichacher Kunstpreis inzwischen weit über die Region hinaus wirken lasse. Er sei das attraktive, moderne und innovative Ausrufezeichen eines aufstrebenden Wohn- und Wirtschaftsstandortes.

Aus dem einst zarten Pflänzchen sei inzwischen eine große, schöne Blume geworden, zeigte sich auch Andreas Stucken sehr zufrieden. Seit zehn Jahren begleitet er als Vorsitzender des Kunstvereins die Begegnung mit Kunst und Künstlern, nun hört er auf.

„Beatrice von Aragon oder Novas Bad“ lautet der Titel der Installation der neuen Kunstpreisträgerin Isabel Ritter. Sichtlich überrascht zeigte sich die 32-Jährige, die an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert und mit ihrer Installation nach Ansicht der Jury in perfekter Weise auf den sie umgebenden Raum eingehe. Die Arbeit füge sich ein, steche nicht aufdringlich hervor, werde aber trotzdem als Gesamtinstallation sofort erkennbar. Sie dominiere die Ausstellung eindeutig, bleibe dabei aber bescheiden. Novas Bad ist ein figürliches Kunstwerk, das von einer einfachen Wasserleitung samt Waschtisch eingerahmt wird. Interessant: In direkter Nachbarschaft steht ein altes Waschbecken. Kein Kunstwerk, sondern ein vergessenes Überbleibsel aus der Fabrikzeit.

 

Veröffentlicht am 25.07.2010 17:36 Uhr


 

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