Aichach    

Gute Qualität in der Tonne

Aichach - Am Lechrain ist die erste Runde schon gelaufen, nächste Woche ist Aichach an der Reihe: Die Entsorgung von Verpackungen über die Gelben Tonnen im Wittelsbacher Land läuft - wenn auch nicht völlig reibungslos. Mancherorts verzögert sich die Leerung, die Müllfahrer finden nicht jeden abgelegenen Hof auf Anhieb, hinzu kommen die großen Schneemengen. Doch solche Anlaufschwierigkeiten seien ganz normal, meint Michael Haas von der Abfallwirtschaft des Landratsamtes.

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Dort melden sich viele Bürger, wenn die Tonne stehen bleibt. Doch das komme vor, sagt Haas - schließlich müssten die Entsorgungstrupps das neue Gebiet erst kennenlernen. Dazu kommt der Winter, der den Müllfahrern zu schaffen macht. Am Mittwoch landete ein Fahrzeug in Friedberg im Straßengraben, wie Rainer Pinno von der Entsorgungsfirma Kühl berichtet. "Aber wir fahren mit Mann und Maus", versichert der Niederlassungsleiter. Allerdings müssten sich die Fahrer mit dem Gebiet erst vertraut machen - und manche abgelegene Straße sei nicht gerade leicht zu finden. Die Hotline sei "gut frequentiert", sagt Pinno. Sollten aber ganze Straßenzüge nicht am Abfuhrtag geleert werden, rät er dazu, ganz gelassen zu bleiben und die Tonne einfach noch einen Tag stehen zu lassen - dann werde sie schon abgeholt.
Mit der Qualität des Mülls ist der Entsorger bisher sehr zufrieden. Sollte sich in einer Tonne aber Unrat befinden, der dort nichts verloren hat, bleibt sie nicht einfach nur stehen, sondern die Tonne wird mit einem Aufkleber versehen, der auf die falsche Befüllung hinweist.
44 000 Gelbe Tonnen hat die Firma Kühl im Wittelsbacher Land ausgeliefert, schon jetzt gibt es rund 1000 Änderungswünsche: "Die einen wollen mehr Tonnen, die anderen weniger, das erschlägt uns fast", gesteht Pinno. Aber man arbeite daran.
Auf den Wertstoffhöfen werden derzeit die Container, die nicht mehr gebraucht werden - für Becher, Hohlkörper, Mischkunststoffe, Folien, Getränkekartons, Aluminium/Weißblech - abgezogen. Vereinzelt mussten Entsorgungswillige ihre Wertstoffe wieder mit nach Hause nehmen, sagt Haas. Sie müssen nun warten, bis ihre Gelbe Tonne geleert wird - in Teilen des Landkreises ist das erst zum Ende des Monats der Fall. Dass die Umstellung nicht völlig geräuschlos über die Bühne gehe, sei zu erwarten gewesen, so Haas.
Für den Handel und Gewerbetreibende könnte die Einführung der Gelben Tonnen noch mit einer größeren Umstellung verbunden sein. Denn die Gelbe Tonne ist nur für die Entsorgung von Verpackungen, die in privaten Haushalten anfallen, gedacht. Das war zwar auch bei den Wertstoffcontainern schon so, dennoch wurde dort auch Verpackungsmaterial etwa von Händlern angeliefert. Als Beispiel nennt Haas die Transportverpackung einer Palette. Hat man davon mehrere, ist die Gelbe Tonne bald voll...

Der Schnee erschwert die Arbeit der Müllfahrer, aufgrund der Schneemassen konnten sie nicht alle Anwesen anfahren. Betroffen ist die Leerung der Rest-, Bio-, Papier- und Gelben Tonnen. Dort, wo die Abfuhr witterungsbedingt ausgefallen ist, wird die Abfuhr baldmöglichst nachgeholt, wie das Landratsamt mitteilt. Hierzu sollten die Tonnen an den nächsten Tagen weiter zur Abholung bereitgestellt werden. Falls eine Tonne bis zum Ende dieser Woche nicht mehr nachgeleert wird, können die betroffenen Bürger bei der nächsten Entleerung die bis dahin anfallenden Mengen in reißfesten Abfallsäcken sammeln und zur nächsten Abfuhr ausnahmsweise neben die Tonne stellen.

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 11.01.2019 23:00 Uhr




 

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