Aichach    

Entscheidende Wochen für Aichachs Stadtrat

Aichach - Die ersten Wochen des Jahres sind in Aichach stets von besonderer Bedeutung. Dann werden Bauprogramm und Haushalt geschnürt, die Weichen für die kommenden Monate gestellt. Heuer stehen darüber hinaus gleich zwei besondere Entscheidungen an. Zum einen geht es um die ersehnte Erweiterung des Verwaltungsgebäudes, für die bis dato zwar ein allseits gelobter Plan vorliegt, aber keine Kostenschätzung. Zum anderen muss die Standortfrage für den Neubau des Seniorenheimes der Arbeiterwohlfahrt geklärt werden.


Rund 15 Millionen Euro möchte die Arbeiterwohlfahrt in der Paarstadt investieren. Das Awo-Konzept beinhaltet nicht nur einen Ersatzbau für das in die Jahre gekommene Maria-Simon-Seniorenheim an der Oskar-von-Miller-Straße. Erstmals sollen vielmehr Pflegeheim, Betreutes Wohnen in verschiedener Ausprägung und ein Haus des Kindes mit Krippe, Hort und Kindergarten quasi unter einem Dach gebündelt werden. Als Standort ist das ehemalige Neusa-Gelände im Gespräch, das der Stadt gehört. Erste Entwürfe gibt es bereits, in trockenen Tüchern ist das Projekt indes noch nicht. Die Verhandlungen zwischen Awo und Stadt laufen zwar, es gibt aber ganz offensichtlich noch einige Fragezeichen, dem vernehmen nach auch juristische. "Wir stehen Gewehr bei Fuß", betont Heinz Münzenrieder, Vorsitzender des Präsidiums und des Verwaltungsrats des Awo-Bezirksverbandes Schwaben, und macht deutlich, dass eine Entscheidung bald fallen muss. Die Betriebserlaubnis für das Maria-Simon-Seniorenheim läuft in zwei Jahren aus, groß investieren will man in den Altbau freilich nicht mehr. Sollte man sich mit der Stadt nicht einigen können, würde die Arbeiterwohlfahrt vermutlich doch am alten Standort zumindest ein neues Pflegeheim errichten. Vom "Plan B" spricht Münzenrieder in diesem Zusammenhang. Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann ist zuversichtlich, dass die Sache in Kürze entscheidungsreif ist. Dann ist der Stadtrat am Zug.
Letzterer wird vermutlich in der Januar-Sitzung die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes auf der Tagesordnung finden. Auch diesbezüglich drängt die Zeit. Habermann würde heuer im Herbst am liebsten noch den Startschuss für die Bauarbeiten geben. Der Stadtrat hat zwar die im vergangenen Sommer vorgestellten Pläne mit viel Lob quittiert (wir berichteten), ob die Begeisterung anhält, dürfte derweil nicht unerheblich von den Kosten abhängen. Über den Schätzungen brüten seit geraumer Zeit die Fachplaner. Der Stadtrat hat Zahlenmaterial getrennt nach Neubau - mit Pult- oder mit Flachdach - und notwendigem Umbau des bestehenden Verwaltungsgebäudes sowie den Preis für eine größere Tiefgarage angefordert. In der zurückliegenden Weihnachtssitzung des Stadtrates hatte sich CSU-Fraktionschef Helmut Beck schon mal möglichst wenig Überraschungen gewünscht, wobei offen blieb, bei welcher Summe die Schmerzgrenze liegen würde. Auch Bürgermeister Habermann will sich diesbezüglich nicht festlegen. Natürlich sei man bestrebt, möglichst kostengünstig zu operieren, es gehe aber um Verbesserungen für die gesamte Verwaltung und die Bürger: "Das wird ein Umbau für die nächsten Jahrzehnte."

Dass man in der Oberen Vorstadt Gas geben muss, steht außer Frage. Heuer soll der eigentliche Ausbau des Straßenzuges über die Bühne gehen, um bis zur Bayerischen Landesausstellung im Jahre 2020 glänzen zu können. Noch vor dem Ende der Winterpause auf dieser Baustelle soll die angekündigte Verkehrszählung im Stadtgebiet durchgeführt werden. Februar oder Anfang März sei dafür mit dem Staatlichen Bauamt ins Auge gefasst worden, so Habermann mit Blick auf die später wieder unausweichlichen Straßensperrungen. Sie würden das Bild der Zählung verzerren. Ziel ist es insbesondere, die Auswirkungen der Bahnunterführung nach Oberbernbach samt neuem Kreisverkehr an der Einmündung der Franz-Beck-Straße in die Bahnhofstraße auf den Ziel- und Quellverkehr zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen die Basis bilden für zukünftige unter Umständen notwendige Straßenbaumaßnahmen.

Sozialer Wohnungsbau: Nach wie vor in der Vorplanung befindet sich die Zukunft des rund 15 000 Quadratmeter großen Wiesengrundstückes an der Franz-Beck-Straße zwischen Hit-Markt und ehemaliger Beck-Villa. Angedacht ist dort eventuell ein Mehr-Generationen-Wohnquartier. Das Areal gehört der Eleonore-Beck-Stiftung, die Stadt besitzt ein kleines Miteigentum. "Wir müssen schauen, jetzt endlich voranzukommen", betonte Habermann. Momentan werde an einem städtebaulichen Konzept gearbeitet, das demnächst dem Stadtrat vorgelegt werden soll.

Landesausstellung: Viel zu tun wird es heuer im Zusammenhang mit der Bayerischen Landesausstellung geben. Auf der Agenda stehen nicht nur die notwendige Gestaltung des alten Feuerwehrhauses an der Martinstraße und ein neues Konzept für das Museum im Unteren Tor. Auch der Burgplatz in Oberwittelsbach muss entsprechend gestaltet werden. Ob man die Burgkirche zumindest in Teilen mit in das Programm einbeziehen kann, ist bis dato unklar. Die Sanierung ist bekanntlich wesentlich komplizierter, als zunächst angenommen.

Grünzug Paar: Mit der Brücke über den Flutgraben im Bereich der Beck-Insel soll heuer der Grünzug Paar abgeschlossen werden. Der Auftrag ist bereits vergeben (wir berichteten). Habermann geht davon aus, dass auch das Wasserwirtschaftsamt die letzte Maßnahme noch vor Eröffnung der Badesaison abwickelt: Die Verschwenkung der Paar zwischen Freibad und Beck-Insel. Verschwenkung der Paar zwischen Freibad und Beck-Insel

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 08.01.2019 23:00 Uhr




 

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