Aichach    

Noroviren im Aichacher Krankenhaus

Aichach - Das neue Aichacher Krankenhaus kämpft nicht nur mit seinem verwaisten Kreißsaal, sondern steht auch gleich vor seiner ersten medizinischen Bewährungsprobe: Das Norovirus ist ausgebrochen. 21 Patienten befinden sich aktuell in einer Quarantänestation. Inzwischen gibt es auch in Friedberg erste Fälle. Man kann also davon ausgehen, dass das im Vorjahr weitgehend verschont gebliebene Wittelsbacher Land in eine "kleine Epidemie" rutscht, wie Klinikchef Krzysztof Kazmierczak feststellt. Betroffen sind auch Altenheime und Kindertageseinrichtungen.


Der erste Noro-Patient kam vor zehn Tagen mit unklaren Symptomen aus einer Senioreneinrichtung in die Notaufnahme des Aichacher Krankenhauses. Ehe ersichtlich war, unter was er genau leidet, hatte sich das Personal bereits angesteckt. Wegen der erkrankten Mitarbeiter musste sich die Klinik von Freitag bis Sonntag vom Notdienst abmelden. Die Notaufnahme funktioniert aber inzwischen wieder.
Stand gestern Abend befanden sich 21 Menschen in einer versiegelten Quarantäne-Station, wovon aber nur ein kleiner Teil akut erkrankt ist. Von den anderen hat die eine Hälfte die Krankheit schon überstanden, ist aber noch ansteckend, beim Rest liegen andere Erkrankungen vor. Beim Personal haben sich in den vergangenen Tagen zehn Mitarbeiter angesteckt.
Krzysztof Kazmierczak, Geschäftsführer der Kliniken an der Paar, rät von einem Besuch im Aichacher Krankenhaus vorübergehend ab. "Aber nicht, weil wir Angst haben, die Besucher würden sich bei uns anstecken, sondern damit sie keine weiteren Erkrankungen ins Haus zu den Patienten bringen." Außerdem empfiehlt der Mediziner, zumindest während der Dauer der Noro-Welle im Wittelsbacher Land das Händeschütteln trotz aller Höflichkeit besser zu unterlassen.
Einige Seniorenheime wollen ihre Bewohner erst wieder zurückhaben, wenn eine Ansteckungsgefahr ausgeschlossen werden kann. Nachdem das Virus aber eine Inkubationszeit von mehreren Tagen hat, ist das nicht realistisch. In den Kindergärten hat man mit Noroviren ohnehin längst Erfahrung. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Einrichtungen vorübergehend geschlossen werden. Besser nicht Hände schütteln

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 03.12.2018 23:00 Uhr




 

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