Aichach    

Positive Signale für Geburtshilfe

Aichach - Die Geburtshilfe dauerhaft zu sichern ist ein Thema, das seit Monaten die kleineren Kliniken extrem fordert, so auch die Kliniken an der Paar, in Aichach und in Friedberg. Um die Hebammenversorgung in Bayern zu verbessern, ist zum 28. September die Richtlinie zur Förderung der Geburtshilfe in Kraft getreten. Wie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege jetzt informiert, ermöglicht das Programm in Säule 1, den Förderbetrag von 40 Euro pro Geburt und Jahr für die Erhaltung und Sicherung der Hebammenversorgung im Landkreis einzusetzen. Der Landkreis wird hierfür fristgerecht einen Förderantrag stellen.


Ob dieser Betrag zur Steigerung der Attraktivität der Kliniken an der Paar für die dort tätigen Beleghebammen durch den Landkreis noch zusätzlich aufgestockt wird, müssen die Gremien entscheiden, heißt es in einer Pressemitteilung.
Aufgrund der vielen Urteile in Schadensersatzprozessen und der Konsolidierung in der Versicherungsbranche haben sich die Beiträge für die Belegärzte in der Geburtshilfe in den letzten Jahren vervielfacht und sind für manchen Mediziner wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. In der schwierigen Frage, ob die Kliniken an der Paar diese Beiträge zur Haftpflichtversicherung übernehmen könnten, hatte sich Landrat Dr. Klaus Metzger mehrfach an Gesundheitsministerin Melanie Huml und den Bayerischen Landkreistag gewandt. Eine Änderung im Strafgesetzbuch lässt eine solche Übernahme nur noch in ganz engen Grenzen zu.
Nun kam die lang ersehnte Antwort aus dem Gesundheitsministerium. Demnach ist eine Übernahme grundsätzlich möglich, weitere rechtliche Fragen, insbesondere zur Angemessenheit, sind noch zu klären. Folglich befasst sich der Werkausschuss mit diesem Thema und wird eine Entscheidung treffen.
Landrat Dr. Klaus Metzger stellt klar: "Ich habe immer gesagt, dass, wenn sich die Tür auch nur einen kleinen Spalt öffnet, wir eine Lösung finden werden." Das scheint nun möglich, zumindest was den finanziellen Aspekt betrifft.
Letztendlich helfen all diese Maßnahmen aber nur, wenn eine ausreichende Anzahl an Hebammen und Gynäkologen weiterhin für eine Zusammenarbeit mit den Kliniken an der Paar zur Verfügung steht. Ministerpräsident Markus Söder hatte bei der Eröffnung des Krankenhausneubaus in Aichach erklärt, dass der Freistaat Bayern nicht nur in Beton und Technik investiere, sondern auch in die Menschen und Menschlichkeit. Neben dem vom Freistaat geschaffenen Förderprogramm Geburtshilfe gehört dazu auch das finanzielle Engagement des Landkreises zur Sicherung der Geburtsstationen an den Krankenhausstandorten in Aichach und Friedberg.
Wichtig: Das Krankenhaus Aichach wird von 26. Oktober bis 12. November in den Neubau umziehen. In dieser Zeit kann es nicht an der Notfallversorgung teilnehmen, weil wichtige Bereiche wie Labor, Intensivstation und Radiologie nicht zur Verfügung stehen. Auch die Belegabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe muss deswegen in dieser Phase schließen. Die Patienten werden bereits jetzt darum gebeten, sich für diese Zeit an das Friedberger Krankenhaus oder umliegende Krankenhäuser zu wenden.


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Veröffentlicht am 11.10.2018 23:00 Uhr




 

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