Aichach    

"Wir sind für alles dankbar"

Aichach-Friedberg - Eine Milliarde Euro hatte Bauernpräsident Joachim Rukwied als finanzielle Unterstützung für Dürre-gebeutelte Landwirte eingefordert. So viel wird es nun aber nicht. Der Bund hat zwar gestern ein Witterungsereignis "nationalen Ausmaßes" festgestellt, will aber nur 150 bis 170 Millionen Euro auf die Länderhilfen draufsatteln, womit insgesamt etwa 340 Millionen Euro zur Verfügung stünden. "Wir sind momentan dankbar für alles, reichen wird das aber nicht", erklärte dazu auf Nachfrage Aichach-Friedbergs BBV-Kreisobmann Reinhard Herb.


Im Auge hat der Sielenbacher dabei insbesondere die Futternot bei zahlreichen Bauern im Norden des Landes. Eine schlechte Ernte sei für ein Unternehmen das eine, "aber kein Futter für seine Tiere im Stall zu haben, ist das Schlimmste, was dir als Bauer passieren kann", unterstrich Herb. Tatsächlich gibt es längst Berichte von anstehenden Notschlachtungen, weil kein Futter mehr aufzutreiben war. Dort, wo die Ernte schlecht ausfällt, können in der Konsequenz auch keine neuen Vorräte gebunkert werden. Betroffen sind insbesondere der Norden und Osten Deutschlands. In Aichach-Friedberg etwa falle die Ernte heuer zwar schlechter aus, was finanzielle Einbußen bedeutet, eine Futternot sei indes nicht zu erwarten.
Der BBV-Kreisobmann denkt deshalb derzeit an eine Hilfsaktion im Herbst. Er kann sich vorstellen, dass die Landwirte in Aichach-Friedberg ihre notwendigen Futterreserven genau kalkulieren und mögliche Überschüsse dann für bedürftige Kollegen zur Verfügung stellen.

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 04.10.2018 15:48 Uhr




 

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