Aichach    

A Bluatshitz beim Aichacher Stadtfest

Aichach - Seit Wochen beklagen sich viele über die anhaltende "Bluatshitz" - doch die hochsommerlichen Temperaturen haben auch ihre gute Seite: Es lässt sich draußen länger aushalten - auch ohne Jacke. Das nutzten am Samstagabend Tausende Menschen beim Aichacher Stadtfest und machten aus der Innenstadt den größten Biergarten in der Region. Mit einem kühlen Getränk, bei Musik und netten Gesprächen, waren sich (fast) alle einig: Wer braucht da noch Stau, Strand und überteuerte Sonnenliegen?

stadtfest-zefix2

Die Brauereien und Lokale können sich nicht beklagen: Die Menge an Schweiß, die am Stadtfest vergossen wurde, wanderte doppelt- und dreifach zurück: in Form von Wasser, Radler, Bier und eisklirrenden Cocktails. Gefeiert wurde heuer - offiziell - sogar eine halbe Stunde länger als sonst - und das mit dem Segen von ganz oben, nämlich von Bürgermeister Klaus Habermann höchstselbst. Er begründetet die Verlängerung der Sperrzeit mit den hohen Temperaturen - "da hat sich alles nach hinten verschoben", so Habermann.
Aichachs Bürgermeister machte es sich gestern im Schatten der Rathaus-Bühne gemütlich, wo am Vormittag die Wellküren auftraten (siehe eigenen Bericht, Seite 18). Herzlich konnte der SPDler über die Gstanzl der drei gschnappigen Well-Schwestern lachen, die sich über den Saure-Zipfel-Faschingsprinz Markus Söder lustig machten.
Habermann zog eine durchweg positive Bilanz. Rund 20 000 Besucher feierten weitgehend friedlich, es herrschte eine entspannte Stimmung. Die Besonderheit in diesem Jahr: "Auf dem Oberen und Unteren Stadtplatz war heuer sehr lange was los. Vor dem Café Koch wurde noch kurz nach 24 Uhr getanzt." In den Vorjahren habe sich das Partyvolk eher in die Seitenstraßen verteilt, so das Stadtoberhaupt.
Den Heimweg traten einige erst um 2, 2.30 Uhr an - manche noch sehr viel später. Bis 20 Uhr ging es indes eher gemütlich zu am Stadtplatz. Nach und nach tröpfelten die Besucher ab 17 Uhr ein. Manch einer hatte - trotz der Gluthitze - schon mächtig Hunger und genehmigte sich zum Beispiel einen Ochsen vor dem Gasthaus Specht.
Die Schattenplätze waren zu dieser frühen Stadtfest-Stunde noch - buchstäblich - heiß begehrt. Wer keinen ergatterte, kühlte sein hitziges Haupt an einer kalten Mass Radler. Um den schwitzenden Besuchern rhythmisch ein wenig auf die Sprünge zu helfen, zog ab 18 Uhr die Trommelgruppe Tam-koba durch die Innenstadt. Beim Boandlbräu am Oberen Tor spielten indes die Ebenberger Musikanten recht zünftig auf, während sich die Gäste über den feuchte Abkühlung, ein Sprühregen beim Ausschank, erfreuten.
Die vier Zufahrtswege zum Stadtfest waren wie schon im vergangenen Jahr durch Lkw des BRK versperrt. Insgesamt waren vom Roten Kreuz 18 Ehrenamtliche von 17 Uhr ab bis in die frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr im Einsatz. Mario Pettinger zieht ebenfalls eine positive Bilanz. "Es gab keine größeren Schlägereien und keine schlimmeren Alkoholleichen", erklärte der stellvertretende BRK-Kreisbereitschaftsleiter gestern auf Nachfrage. Zwar hatte das BRK-Team einiges zu tun, schlimmere Verletzungen passierten jedoch nicht.
Ein noch sehr kleines Mädchen stieg vom Karussell herunter und landete mit der Lippe auf dem Boden, ein schon etwas älteres Kind knickte mit dem Fuß um. "Ansonsten hatten wir hauptsächlich kleinere Schnittwunden und Wespen- oder Bienenstiche", zeigt sich Pettinger zufrieden und lobt die Besucher des Festes: Trotz der hohen Temperatur gab es keine Kreislauf- oder sonstigen hitzebedingten Vorfälle.



Von Thomas Winter


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 05.08.2018 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief