Aichach    

Gesund genug?

Aichach - Die ärztliche Versorgung im Landkreis Aichach-Friedberg ist derzeit gut. Das könnte sich aber ändern: 40 Prozent der niedergelassenen Ärzte im Wittelsbacher Land ist 60 Jahre alt oder älter. Um sich intensiver mit den Folgen dieser Entwicklung auseinanderzusetzen, könnte der Landkreis sich einem Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung, der "Gesundheitsregion plus" anschließen. Auch ganz andere Gesundheitsthemen könnten damit bearbeitet werden. Zunächst wollen Verwaltung und Kommunalpolitiker aber sicher gehen, dass es wirklich Bedarf gibt.

Zuerst sollen deshalb die Bürgermeister in einer mehrstufigen Befragung Auskunft darüber geben, ob sie Bedarf an Unterstützung im gesundheitlichen Bereich haben und wenn ja, wie dieser aussieht. Erst dann will der Kreisentwicklungsausschuss darüber entscheiden, ob eine Vollzeitstelle zur Koordinierung geschaffen wird, die das Land Bayern mit 70 Prozent bezuschusst. Bei "Gesundheitsregion plus" handelt es sich um ein regionales Gesundheitsmanagement, das alle Beteiligten an einen Tisch holt.
Dr. Friedrich Pürner, seit diesem Jahr Leiter des Gesundheitsamtes, nannte die Gewinnung von Nachwuchsärzten und Praxisnachfolgern als eines der wichtigsten Ziele des Projekts. Wie nötig die Initiative ist, konnte man in den vergangenen Jahren in Pöttmes sehen, wo die Gemeinde gerade auf eigene Kosten ein Ärztehaus baut, um die Abwanderung ihrer vier Arztpraxen zu verhindern.
Trotzdem formulierten mehrere Kreisräte Bedenken. Einerseits wurde befürchtet, dass eine Art unnützter Debattierclub geschaffen wird. Andererseits wurden mehrere zentrale Probleme ausgemacht, auf die man vom Wittelsbacher Land aus weder mit noch ohne "Gesundheitsregion plus" Einfluss habe: etwa die hohen Versicherungsbeiträge für Hebammen, den immensen Dokumentationsaufwand, den Ärzte betreiben müssen und der in Ein-Personen-Praxen kaum noch zu bewältigen ist.

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 12.07.2018 08:42 Uhr




 

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