Aichach    

Kreis kümmert sich selbst um Öko-Flächen

Aichach - Als der Landkreis Aichach-Friedberg 1992 sein selbst betriebenes Kreisgut aufgab, wurde ein Teil der Flächen an Landwirte verpachtet. Für sie gab es schon damals Auflagen: Sie sollten angrenzende Flächen - etwa 20 Hektar - mit ökologisch sinnvollen Maßnahmen wie Hecken oder Streuobstwiesen bewirtschaften, die extensiv genutzten Flächen ohne Pestizide und ohne Düngung. In Zukunft werden die ökologischen Maßnahmen aus der Vertragsverpflichtung genommen und vom Landkreis sowie Landschaftspflegeverband übernommen, wie der Umweltausschuss des Kreistags wohlwollend zur Kenntnis nahm.

kreisgut-plattenberg

Im vergangenen Jahr hat die Untere Naturschutzbehörde damit begonnen, gemeinsam mit den Pächtern der Flächen, die am Plattenberg jenseits der B 300 Richtung Fuchsberg und Untergriesbach liegen, eine Bestandsaufnahme zu machen. Dabei hat sich Gerhard Grande von der Unteren Naturschutzbehörde zufolge gezeigt, dass die meisten Landwirte die ökologischen Pflegemaßnahmen gerne abgeben würden. Denn deren ordnungsgemäße Ausführung verträgt sich nicht immer mit den wirtschaftlichen Anforderungen und dem laufenden Betrieb. Mal fehlen die Maschinen, mal ist das Schnittgut nicht rentabel zu verwerten. Bei manchen Landwirten herrschte nach mehr als 25 Jahren zudem Unsicherheit, wo genau die Grenzen zwischen konventionell und ökologisch zu bearbeitenden Flächen verlaufen. Das soll nun noch einmal nachgemessen werden und dürfte danach dank GPS-Technik für alle Zeit klar sein.
Die Bewirtschaftungsgrundsätze mit Hecken, Baumreihen und Wiesenrandstreifen, die im Jahr 1992 festgeschrieben wurden, nannte Grande "heute noch vorbildlich". Zugleich stellten die Vertreter des Landratsamtes aber auch einen etwas ausgedünnten Baumbestand fest und einen geringeren Artenreichtum, als erwartet werden könnte. Kräuterreiche Nachsaat und neue Pflanzungen könnten hier greifen. Gemäht werden kann ab Juli, dabei sollen aber Brachstreifen stehen bleiben - teilweise bis über den Winter, um auch in dieser Zeit Insekten zu beheimaten.

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 10.07.2018 23:00 Uhr




 

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