Aichach    

Milchwerk rüstet auf

Jahrelang wurde um ein Konzept für die trostlose Milchwerk-Brache in Aichach gestritten, mit der Eröffnung vor sechs Jahren mauserte sich das Einkaufsareal (fast) im Herzen von Aichach dann aber schnell zum Publikumsmagneten. Nun rüstet Investor Josef Reichenberger kräftig auf. Im Süden ist ein viergeschossiger Geschäftskomplex mit Tiefgarage geplant, im Norden wird auf ein bestehendes Gebäude ein zusätzliches Stockwerk aufgesetzt, um den wachsenden Platzbedarf der Energiebauern abdecken zu können.


Ursprünglich war im Süden direkt am Kreisverkehr bekanntlich ein Hotel vorgesehen, für das sich aber auch nach jahrelanger Suche kein Betreiber gefunden hat. Schade, wie Bürgermeister Klaus Habermann am Dienstagabend im Bauausschuss des Stadtrates meinte, für ein Hotel sei die Paarstadt dann wohl doch zu klein. Um das städtebauliche Gesamtkonzept für das Milchwerk dennoch zum Abschluss bringen zu können, wird nun also umgeplant. Jetzt soll ein weiterer Geschäfts- und Bürokomplex samt Tiefgarage entstehen. Letztere ist dringend notwendig, zumal Parkplätze am Milchwerk schon jetzt mitunter schwer zu ergattern sind. Josef Reichenberger hätte gerne fünfgeschossig gebaut, das erschien den Stadträten dann aber mit Blick auf die Umgebung doch zu viel. Vier Stockwerke müssen reichen. Zwischen 1500 und 2000 Quadratmeter nutzbare Fläche werden so entstehen. Dass er dafür schnell Mieter haben wird, steht für Josef Reichenberger außer Frage. Das gilt offensichtlich auch für das Geschäft, das im Erdgeschoss eingerichtet wird. Von einem Laden mit interessantem, gemäß Auflagen nicht zentrumsrelevantem Sortiment, sprach er gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Reichenberger sicherte ein "städtebaulich attraktives Gebäude mit Pep" zu, das für noch mehr Leben in Aichach sorgen werde.
Während der Neubau im Ausschuss auf uneingeschränkte Gegenliebe stieß, regte sich beim zweiten Bauprojekt doch leichter Widerstand. Im nördlichen Gebäudekomplex sind schon jetzt die Energiebauern beheimatet. Das Unternehmen floriert und wächst. Um den notwendigen Platzbedarf abdecken zu können, soll ein zusätzliches Stockwerk mit einer Fluchttreppe in Richtung Kreisverkehr aufgesetzt werden. Zumal es zurückversetzt sei, führe die Aufstockung zu keinen "ungesunden Wohnverhältnissen" in den Häusern nördlich der Wiesenstraße, wie Helmut Baumann, kommissarischer Leiter des Bauamtes, ausführte. Georg Robert Jung (Freie Wählergemeinschaft) konnte sich insbesondere nicht mit dem Treppenaufgang an der Fassade anfreunden und schlug deshalb eine Verlagerung der Energiebauern in den neuen Gebäudekomplex im Süden vor. "Sie wollen nicht umziehen", meinte dazu Klaus Habermann, der diese Idee wohl auch schon hatte. Er wolle das Unternehmen aber gerne in Aichach halten. Das sah auch die Mehrheit des Ausschusses so. Mit 7:5 Stimmen wurde dem Stadtrat die Aufstockung empfohlen.
Das letzte Wort hat nun der Stadtrat. Folgt er den Empfehlungen des Ausschusses, und davon ist zumindest für den Neubau auszugehen, dann will Josef Reichenberger umgehend in die konkrete Planung einsteigen. Baubeginn soll spätestens im nächsten Jahr sein, Eröffnung Anfang 2020 - also rechtzeitig vor der Bayerischen Landesausstellung. "Städtebaulich attraktives Gebäude mit Pep"

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 23.10.2018 11:16 Uhr




 

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