Aichach    

Der Kamin bleibt stehen

Aichach - Das Neubauprojekt der Arbeiterwohlfahrt für das in die Jahre gekommene Maria-Simon-Seniorenheim in Aichach nimmt Formen an. Das bestätigten Heinz Münzenrieder, Vorsitzender des Präsidiums und des Verwaltungsrats des Awo-Bezirksverbandes, und Bürgermeister Klaus Habermann auf Nachfrage. Rund 15 Millionen Euro wird es kosten, Baubeginn soll im nächsten Jahr sein.

awo-neusa

"Die Haushaltsmittel stehen bereit", betont Münzenrieder mit Blick auf eine der zentralen Fragen: der Finanzierung des ehrgeizigen Projekts, das sich zum größten Bauvorhaben der Arbeiterwohlfahrt in ganz Schwaben gemausert hat und als innovativer Meilenstein gewertet wird. Erstmals sollen Pflegeheim, Betreutes Wohnen in verschiedener Ausprägung und ein Haus des Kindes mit Krippe, Hort und Kindergarten quasi unter einem Dach gebündelt werden (wir berichteten).
Auch die zweite zentrale Frage ist wohl in trockenen Tüchern: der Standort. Die Awo hatte das ehemalige Neusa-Gelände ins Visier genommen, und das kann sich auch die Stadt, in deren Eigentum sich das gesamte Areal befindet, sehr gut vorstellen. Momentan arbeiten die Awo-Planer an ersten Entwürfen für eine Bauvoranfrage. Zumindest was das Pflegeheim und das Kinderhaus anbelangt, ist der notwendige Platz vorhanden. Das Seniorenheim mit 90 bis 100 Plätzen könnte dort errichtet werden, wo sich momentan noch die einstige Textilfabrik befindet. Nicht abgerissen werden soll übrigens der Kamin. Den, so Münzenrieder, wolle man als Relikt der Aichacher Industriegeschichte erhalten. Das sei ein Wunsch Habermanns gewesen, "und der Schornstein passt auch gut zur Arbeiterwohlfahrt". "2019 soll Baubeginn sein", hofft Heinz Münzenrieder. Gut zwei Jahre Bauzeit werden folgen, ehe spätestens die Frage im Raum steht, was mit dem Maria-Simon-Seniorenheim passieren soll. "Wohnungen wären uns am liebsten", formuliert der Awo-Bezirkschef seine Wünsche. Sozialer Wohnraum, um genau zu sein. Das wäre im Sinne der Arbeiterwohlfahrt, für die deshalb ein Verkauf des zwischen 6000 und 7000 Quadratmeter großen Areals an einen privaten Investor kaum in Frage komme.

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 05.06.2018 00:00 Uhr




 

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