Aichach    

Eintüten und Gas geben

Aichach - 2017 war ein arbeitsintensives Jahr für Aichachs Stadträte, Verwaltung und den Bürgermeister. Dass 2018 nicht leichter wird, machte Stadtoberhaupt Klaus Habermann bei einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Von politischen Diskussionen etwa um das Thema Windkraft mal ganz abgesehen, stehen auch heuer mehrere Bauprojekte an. Die 2020 anstehende Bayerische Landesausstellung im Genick, duldet der Ausbau der Oberen Vorstadt keinen Aufschub mehr.

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Obere Vorstadt: Viel diskutiert und mit Bergen von Sand im politischen Getriebe behaftet war das aktuelle Kernstück der Stadtentwicklung. Inzwischen ist die Kuh aber vom Eis. Ohne einen Mini-Kreisverkehr, dafür mit zwei Querungshilfen wird der Knotenpunkt an der Bäckerei Gulden ausgestaltet. Als erster Bauabschnitt soll heuer vermutlich im zweiten Halbjahr die Augsburger Straße zwischen dem Kreisverkehr am Milchwerk und dem Tier- und Pflanzenparadies angepackt werden. 2019 sollen Werlbergerstraße und Martinstraße folgen.

Bahnhofstraße: Parallel zum Startschuss in der Oberen Vorstadt soll heuer unbedingt auch der Kreisverkehr an der Einmündung der Franz-Beck-Straße in die Bahnhofstraße erstellt werden. Bereits im Februar sollen die Pläne im Bauausschuss auf den Tisch gelegt werden.

Grünzug Paar: Im Zusammenhang mit dem Kreisverkehr werden auch noch ausstehende Maßnahmen des Hochwasserschutzes beziehungsweise Grünzuges Paar erledigt. Dazu zählt insbesondere das Paarstück zwischen Bahnhofstraße und Freibad beziehungsweise vom Freibad bis zur Beckinsel. Für letzteres Teilstück ist eine Verschwenkung des Flusses angedacht, weiter nördlich ist man davon wieder abgekommen. Der kleine Parkplatz kurz vor der Paarbrücke soll höher gelegt werden, um vor Überschwemmungen sicher zu sein. Dieses Teilstück soll in jedem Fall ebenfalls heuer im Zuge der Errichtung des Kreisverkehres abgewickelt werden, ob auch der Rest dran kommt - auf der Grünzug-Liste steht noch die Fußgängerverbindung der Beck-Insel in Richtung Bahnhof -, ist nicht sicher.

Bauprogramm: Wie dick das Bauprogramm heuer tatsächlich wird, hängt nicht nur von den finanziellen Möglichkeiten ab, sondern auch von den personellen. Zwar schließen sich die Lücken im Bauamt inzwischen langsam, die Leitung ist aber immer noch vakant. Momentan läuft eine weitere Ausschreibung der Stelle. Im Kanalbereich steht in jedem Fall der zweite Bauabschnitt in der Blumenthaler Straße in Klingen an, auf der Agenda stehen zudem die Hollerstraße in Unterwittelsbach (Kanal) und die Steidlestraße in Aichach (Wasser). Der Straßenbau wird 2019 folgen. Weitere gesetzte Projekte: die Fertigstellung des Lärmschutzes an der B 300 bei Untergriesbach und der Aussegnungshalle am Neuen Friedhof, die Planung für die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes - Baubeginn spätestens im Frühjahr 2019 - und die Oberflächensanierung der alten B 300 (Augsburger Straße) von Ecknach bis raus zur Tränkmühle. Im Februar werden sich die Stadträte mit dem Bauprogramm beschäftigen. Die Wunschliste, gerade im Straßenbau, ist dabei erfahrungsgemäß lang.

Filetgrundstücke: Der Parkplatz am Freibad wird nach wie vor dringend benötigt, die einstige Feuerwehrzentrale an der Martinstraße ist bekanntlich fest für die anstehende Landesausstellung gebucht. Voran gehen dürfte es indes mit dem Awo-Projekt auf dem ehemaligen Neusa-Gelände. Wie berichtet, will die Arbeiterwohlfahrt dort nicht nur ein Pflegeheim als Ersatz für das Maria-Simon-Seniorenheim an der Oskar-von-Miller-Straße errichten, sondern auch die Sparten Betreutes Wohnen und Kinderbetreuung abdecken. Die bisherigen Gespräche seien positiv verlaufen, wie Habermann betont. Alle Angebote könne die Stadt sehr gut gebrauchen. Ob man eventuell einen Grundstückstausch vornimmt, um am bisherigen Heim-Gelände eventuell im Zusammenspiel mit der Baugenossenschaft in den sozialen Wohnungsbau einsteigen zu können, ist offen.

Sozialer Wohnungsbau: Nach wie vor in der Vorplanung befindet sich die Zukunft des rund 15 000 Quadratmeter großen Wiesengrundstückes an der Franz-Beck-Straße zwischen Hit-Markt und ehemaliger Beck-Villa. Angedacht ist dort ein Mehr-Generationen-Wohnquartier. Das Areal gehört der Eleonore-Beck-Stiftung, die Stadt besitzt ein kleines Miteigentum. Demnächst sollen die Gespräche mit der Stiftung fortgesetzt werden. Die Frage, inwieweit die Stadt überhaupt den Wohnungsmarkt beeinflussen kann und in welcher Größenordnung zunehmender Zuzug verträglich und gewünscht ist - Stichwort: Infrastruktur - wird den Stadtrat heuer bei einer Klausurtagung beschäftigen. Fast 400 Wohnungen seien in den zurückliegenden drei Jahren genehmigt und gebaut worden, so Habermann. Die Nachfrage konnte damit trotzdem nicht gesättigt werden. Was aus seiner Sicht am zunehmenden Druck aus dem Umland und der Zinssituation liegt. Die Leute legen ihr Geld in Immobilien an. Noch mehr Bauflächen auszuweisen, um damit eventuell die Preise zu drücken, muss deshalb nicht unbedingt die Lösung sein. Abgesehen davon müssen die Grundstücke erst mal zur Verfügung stehen, wie Habermann betont. "Und dann musst du sie als Stadt verschenken, um sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen."
Burgplatz: Nach den zahlreichen statischen Problemen bei der Sanierung der Burgkirche in Oberwittelsbach gehen die Arbeiten jetzt offenbar weiter. Nach Informationen Habermanns könne heuer das Gewölbe der Kirche renoviert werden. 2019 wolle die Stadt dann den Burgplatz anpacken, um für die Landesausstellung gerüstet zu sein.

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 05.05.2018 00:00 Uhr




 

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