Aichach    

Bürgerbefragung zur Zukunft der Wertstoffsammlung

Aichach - Demnächst werden Bürger aus dem Landkreis Aichach-Friedberg einen Anruf von einem Meinungsforschungsinstitut bekommen. Thema das Gesprächs: die Wertstoffsammlung im Wittelsbacher Land. Mit der repräsentativen Umfrage soll ein Stimmungsbild bei der Frage ermittelt werden, ob das Bringsystem mit den Wertstoffsammelstellen beibehalten oder ein Holsystem mit Gelbem Sack oder Gelber Tonne eingeführt werden soll.

Das beschloss der Umweltausschuss des Kreistags gestern Nachmittag mit 7:4 Stimmen. Keine Mehrheit fand dagegen ein Antrag von Eva Ziegler (Unabhängige) und Helmut Lenz (Freie Wähler). Sie wollten, dass eine weitere Alternative mit abgefragt wird: Sie schlagen vor, dass Bürger die Wertstoffe weiter zur Sammelstellen bringen, allerdings unsortiert, und sie dort in große Container einfüllen.
Wie Michael Haas, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft im Landratsamt, erklärte, schließt der Landkreis-Partner der Dualen Systeme diese Variante nicht völlig aus, hält sie aber für nicht zukunftsfähig. Allerdings ist diese Aussage nur bedingt aussagekräftig.
Denn die Verträge mit den Dualen Systemen laufen Ende 2018 aus; wer der neue Partner des Landkreises sein wird, ist noch völlig offen. Die Verhandlungen über die neuen Verträge, die dann wieder drei Jahre gelten, beginnen aber bereits im Frühjahr.
Diese enge Zeitschiene ist auch einer der Gründe, die gegen einen erneuten Bürgerentscheid sprechen. Zudem würden dadurch hohe Kosten von geschätzten 180000 Euro entstehen. Der Umweltausschuss empfahl deshalb dem Kreistag, den Antrag auf einen Bürgerentscheid in seiner nächsten Sitzung abzulehnen.
Wie eine  Umfrage durchgeführt wird, erläuterte den Kreisräten Ute Kerber vom Mainzer Marktforschungsinstitut LQM, das unter anderem auf die Kommunale Abfallwirtschaft spezialisiert wird. Sie zeigte, wie ein solcher Fragebogen aussehen könnte und wie die Repräsentativität der Befragung gewährleistet wird. Sie geht davon aus, dass rund 1000 ausgewertete Fragebögen ein adäquates Bild von der Stimmung in der Bevölkerung liefern werden. Dazu werden zwischen 6000 und 7000 Anrufe notwendig sein. Die Fehlerquote liege bei drei Prozent.
Im Landkreis Aichach-Friedberg wird es zudem die Möglichkeit geben, dass Bürger sich selbst melden und an der Befragung teilnehmen können. Sollte der Landkreis zu einem Holsystem wechseln, wofür im Moment alles spricht, heißt das nicht das Ende der Wertstoffsammelstellen. Die könnten beziehungsweise würden wohl mit eingeschränkten Öffnungszeiten weiter geführt, so Landrat Dr. Klaus Metzger.

Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 11.10.2017 23:00 Uhr




 

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